Westfalenpost: Weltmeister im Operieren Von Wilfried Goebels

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Überkapazitäten in Kliniken, Bettenleerstand und ein
Übermaß an Operationen tragen wesentlich zur Kostenexplosion im
Gesundheitssystem bei. Deutschland ist Weltmeister beim Operieren von
Knie- und Hüftgelenken, Schultern und Bandscheiben. Seit zehn Jahren
werden Krankenhäuser nicht mehr nach Behandlungstagen, sondern nach
Fallzahlen abgerechnet. Die Folge: Wer viel operiert, hilft auch der
kranken Klinik.

Die Schließung einer Klinik ist politisch gefährlich, weil sie den
Nerv der Anwohner trifft. An der Krankenhausreform führt aber kein
Weg vorbei. Künftig wird es für Patienten einfacher werden, über
Qualitätsberichte das richtige Krankenhaus zu finden. Das liegt nicht
immer vor der eigenen Haustür, garantiert aber hohe
Behandlungsqualität.

Kleine Kliniken werden sich zu größeren Verbünden
zusammenschließen und spezialisieren. Gleichzeitig eröffnet der
Verzicht auf Doppelstrukturen die Möglichkeit, den wachsenden Bedarf
an Betten in der Psychiatrie und bei altersspezifischen Erkrankungen
zu decken.

Wenn die Krankenhausreform kein Kahlschlagprogramm wird und
regionale wie medizinische Notwendigkeiten berücksichtigt, dann hat
sie jede Unterstützung verdient.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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