Westfalenpost: Wilfried Goebels zu Kitas und Flüchtlingen

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Längst haben sich Kitas von Betreuungsstätten in
frühkindliche Bildungseinrichtungen verwandelt. Da ist es nur
konsequent, junge Flüchtlingskinder zur schnellen Integration
möglichst früh einzugliedern. Noch sieht die Praxis aber in der Regel
anders aus: In Flüchtlingsheimen wird oft wertvolle Zeit verschenkt,
weil Angebote und Berater fehlen. Dabei lernen die Kinder nirgends so
schnell wie in der Kita-Gemeinschaft. Die Flüchtlingsfrage wird das
entscheidende innenpolitische Thema der nächsten Jahre. Vor diesem
Hintergrund müssen die Kapazitäten in Kitas erweitert werden: Wer
hier an der falschen Stelle spart, wird später für soziale
„Reparaturen“ doppelt draufzahlen müssen. Integration kann nur
gelingen, wenn junge Flüchtlinge elementare Deutschkenntnisse
erwerben und sich so schnell wie möglich in ihrem neuen Leben
zurechtfinden. NRW stellt in diesem Jahr über zwei Milliarden Euro
für insgesamt 620 000 Betreuungsplätze zur Verfügung. Gut angelegtes
Geld. Schließlich wird in der aktuellen Debatte oft vergessen, dass
neben den Flüchtlingen auch zahlreiche Kinder aus sozial schwachen
Familien eine zusätzliche Starthilfe benötigen. Da kann die Bedeutung
der Erzieher für mehr Chancengerechtigkeit gar nicht groß genug
herausgestellt werden. Vielen Eltern von Flüchtlingskindern ist die
Kita fremd, weil es die Angebote in der alten Heimat nicht gab. Hier
müssen frühzeitig Berührungsängste abgebaut werden: Schließlich
tragen Kita-Kinder als positiver Nebeneffekt auch zur schnelleren
Integration ihrer Eltern bei.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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