Westfalenpost: Wilfried Goebels zur Belastung der Grundschulen

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Der Bildungsauftrag ist eindeutig: Die Grundschule
soll schulpflichtige Kinder nach ihrer individuellen Entwicklung
fördern. Dabei brauchen gleichaltrige Kinder je nach ihren
Fähigkeiten unterschiedliche Lernzeiten. In der Praxis sind viele
Grundschulen aber mit der Beschulung der zusätzlichen
Flüchtlingskinder räumlich und personell überfordert. Wenn das dritte
Jahr in der Schuleingangsphase aber gestrichen wird, bleibt die
Förderung der Schwächsten auf der Strecke. Das ist nicht akzeptabel.
Für schulpflichtige Flüchtlingskinder hat NRW Tausende
„Willkommensklassen“ eingerichtet. Viele Kinder drängen jedoch auch
in normale Klassen, die bereits ihre Obergrenze erreicht haben. Schon
mit Klassengrößen von 29 Schülern ist ein Förderunterricht kaum noch
möglich. Wie soll das dann bei 30 und mehr Schülern gelingen? Der
Hilferuf der Lehrergewerkschaft VBE ist berechtigt – eine
kurzfristige Lösung aber unmöglich. Es fehlen weiter Lehrer,
Planstellen für Sozialpädagogen, teilweise auch Klassenräume. Wer
ehrlich ist, muss einräumen, dass Grundschulen noch auf Jahre am
Limit arbeiten werden. Mangelnde Förderung in der Schuleingangsphase
bleibt aber eine schwere Hypothek für die spätere Entwicklung des
Schülers. Eine Entlastung der Grundschulen in der Schuleingangsphase
könnte eine Wiederbelebung der ehemaligen „Schulkindergärten“ vor dem
Übergang in die Grundschule schaffen. Kinder, die im letzten Jahr vor
der Einschulung keine Kita besuchten, könnten dort gezielt auf den
Schulbesuch vorbereitet werden. Auch das sicher kein Königsweg, aber
eine praktikable Maßnahme, um aktuelle Engpässe in
Nordrhein-Westfalen zu beseitigen.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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