Westfalenpost: Wilfried Goebels zurüberlasteten Polizei

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Die Polizei stöhnt über die wachsende Belastung im
Dienst: Jetzt straft sich, dass seit der Jahrtausendwende bundesweit
16 000 Polizeistellen dem Rotstift zum Opfer gefallen sind. Mit
noch mehr Überstunden und der Anwerbung von Pensionären wird die
augenfällige Mangelverwaltung bei der Polizei nicht zu beheben sein.
Die Flüchtlingskrise hat die Probleme noch einmal verschärft. Neben
dem Schutz der Asylheime und Notunterkünfte und der Streitschlichtung
in den Heimen muss die Polizei häufiger Konflikte bei Demonstrationen
und Gegendemonstrationen regeln. Die Folge: Kontrollen zum Schutz vor
Wohnungseinbrüchen oder Maßnahmen der Verkehrsüberwachung werden
reduziert, weil Einsatzkräfte fehlen. Mit der Einstellung von 1900
Anwärtern hat NRW den langjährigen Aderlass bei der Polizei zunächst
beendet. Dass noch vor zehn Jahren gerade 500 Anwärter eingestellt
wurden, war ein schwerer Fehler. Trotz der aktuellen
Mehreinstellungen wächst deshalb die Sorge, dass sich die Polizei
weiter aus der Fläche zurückzieht und Wachen in der Region schließt.
Das aber wäre der schlechteste Beitrag der Politik, um in der Kölner
Silvesternacht verloren gegangenes Vertrauen in die Polizei zurück zu
gewinnen. Angesichts der Überforderung der Polizei gehört deren
Aufgabenkatalog auf den Prüfstand. Polizisten gehören auf die Straße
und müssen von Verwaltungstätigkeiten entlastet werden. Und warum
soll nicht auch ein privater Sicherheitsdienst den Transport eines
Windrades begleiten? Die Innenminister müssen handeln, damit sich die
Polizei endlich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren
kann.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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