Westfalenpost: Wunsch nach Ruhe wächst / Kommentar von Harald Ries zur Lärmstudie

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Die Geschichte der Lärm-Forschung muss nicht neu
geschrieben werden. Es bleibt dabei: Dauerhafter Krach macht krank.
Aber wenn man genauer hinschaut, fallen die Ergebnisse
differenzierter aus. Also: weniger Bluthochdruck, dafür mehr
Depressionen. Da wartet weitere Forschungsarbeit. Dass Fluglärm am
meisten schadet, kann dagegen kaum überraschen: Ein gleichbleibendes
Rauschen des Straßenverkehrs reißt die Menschen seltener aus dem
Schlaf. Ebenso erwartbar waren die positive Wirkung von
Nachtflugverboten und die Lernschwierigkeiten von Kindern in der Nähe
von Start- und Landebahnen.

Da die Konsequenz daraus kaum in der Abschaffung des Flugverkehrs
oder einer Kinderlandverschickung bestehen kann, muss der Umstieg auf
leisere Flugzeuge deutlich beschleunigt werden. Gleiches gilt weiter
für Züge und Lkw. Da gibt es schon Fortschritte.

Es ist ja auch nicht so, dass es früher immer still war. Unser
Bewusstsein für störenden Lärm ist gewachsen. Das liegt an neuen
Erkenntnissen der Medizin, aber auch daran, dass eine alternde
Gesellschaft mehr Wert auf Ruhe und Privatsphäre legt. Dass wir
subjektiv den Eindruck haben, es gehe immer lauter zu, ist dagegen
kein rein akustisches Phänomen: Die allgemeine Aufgeregtheit quält
alle unsere Sinne.

Pressekontakt:
Westfalenpost
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

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