Westfalenpost: Zum NRW-Bauminister: Weckruf an die SPD

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Als langjähriger SPD-Generalsekretär weiß Michael
Groschek, wie man sich Gehör verschafft. Die ungewöhnlich scharfe
Philippika des Bauministers gegen die Verhinderungsmacht von
Bürgerinitiativen mag manch rührigen Ehrenamtler in seinem Engagement
für eine lebenswerte Umwelt empfindlich treffen. Doch eigentlich will
Groschek eine andere, für das Industrieland NRW zweifellos wichtige
Frage aufwerfen: Haben wir uns zu sehr eingerichtet in einer
selbstbezogenen Vorgartenmentalität und den Sinn für die Bedeutung
von Infrastrukturbauten verloren? Groschek bekommt als Bauminister
hautnah mit, wie selbst unstrittige Allgemeinwohl-Projekte durch die
immer professionellere Vertretung von Einzelinteressen jahrelang
behindert werden. Deshalb will er jetzt eine Art Lobby für Beton und
Asphalt ins Leben rufen, eine Antwort auf die Dagegen-Gesellschaft.
Groschek sucht damit neun Monate vor der Landtagswahl auch die
Abgrenzung zu den Grünen. Seine Erzählung von einer ökologisch
verkleideten Stillstandsgesellschaft soll offenbar die in rot-grüner
Harmonie versunkene SPD daran erinnern, dass man eine eigenständige
Partei ist. Er will die Genossen aufrütteln, damit sich die SPD auch
ruhig mal wieder für eine Straße, Brücke oder ein Gewerbegebiet
einsetzt.

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