WHO-Studie bestätigt: Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend

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Das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid
Glyphosat ist wahrscheinlich krebserregend. Dies bestätigt eine am
heutigen Tag veröffentlichte Monographie der internationalen
Krebsforschungsagentur (IARC) im Auftrag der
Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Wissenschaftler begründen darin
ausführlich ihre Einschätzung, wonach der Pestizidwirkstoff als
„wahrscheinlich krebserregend“ klassifiziert wird. „Die Umwelt- und
Gesundheitsbilanz von Glyphosat wird zunehmend kritisch bewertet. Es
gefährdet die menschliche Gesundheit und hat direkte und indirekte
Auswirkungen auf die biologische Vielfalt. Daher wird es höchste
Zeit, dass die Bundesregierung das Vorsorgeprinzip ernst nimmt und
die Zulassung für Glyphosat bis zur Klärung offener Fragen aussetzt“,
so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Für Deutschland ist die Lage besonders brisant. Hier ist das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) federführend für die
Einschätzung des Totalherbizids mit dem Handelsnamen Roundup. Auf
EU-Ebene ist es mitverantwortlich für die Neubewertung der Zulassung
bis Ende des Jahres und soll diese Frage fachlich vorbereiten. Als
2013 die EU-weite Zulassung für Glyphosat auslief, wurde sie „mangels
Kapazitäten“ des BfR kurzerhand bis 2015 verlängert. Auch dieses Jahr
deutet bislang alles auf eine abermalige Verlängerung hin.

Der NABU fordert daher, dass die aktuelle Studie im laufenden
Bewertungsverfahren ausführlich berücksichtigt und die Zulassung bis
zur Klärung offener Fragen ausgesetzt wird. Zudem muss die
Bundesregierung die Anwendungsbestimmungen für Glyphosat verschärfen,
um die Aufwandmengen deutlich zu reduzieren. Schließlich ist ein
Verbot von Glyphosat im Haus- und Kleingartenbereich überfällig, da
hier das Risiko von Fehlanwendungen besonders groß ist.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte
Unkrautvernichtungsmittel – über 700.000 Tonnen werden pro Jahr
versprüht. In Deutschland werden 6.000 Tonnen ausgebracht, wobei rund
39 Prozent aller Ackerflächen behandelt werden. Auch im Hobbygarten
und auf öffentlichen Wegen wird das Gift gerne gespritzt, um sich das
Hacken des Unkrauts zu ersparen. Neben den direkten toxischen
Effekten gefährdet die Wirkung als Breitbandherbizid auch zahlreiche
andere Organismen, denn durch die Vernichtung der Wildkrautflora
gehen Nahrungsquellen und Lebensräume verloren.

Für Rückfragen:

Steffi Ober, NABU-Referentin für nachhaltige Forschungspolitik,
Tel. +49 030-284984-1612, mobil 0172-5254198, E-Mail:
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