Windbranche kritisiert CDU-Forderung nach höheren Mindestabständen massiv

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Die CDU Schleswig-Holstein fordert eine Erhöhung des
Mindestabstands von Windrädern zur Wohnbebauung. Dieser Forderung
widerspricht der Landesverband Windenergie Schleswig-Holstein. Bei
Umsetzung dieser Forderung wären die energiepolitischen Ziele der
Landesregierung kaum noch zu erreichen. Sie konterkariere zudem die
Erwartung der eigenen Wähler.

Zu großen Irritationen hat der heutige Antrag der
CDU-Landtagsfraktion beim Landesverband Windenergie Schleswig
Holstein geführt. Die CDU fordert in dem Antrag weit größere Abstände
von Windenergieanlagen zur Wohnbebauung als notwendig und gesetzlich
vorgeschrieben. „Damit torpediert die CDU die Ziele der
Landesregierung, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben,
die Energiewende zu unterstützen und die Wertschöpfung im Land zu
halten“, kritisiert Nicole Knudsen, Leiterin der
Landesgeschäftsstelle des Bundesverbands Windenergie (BWE SH).

„Bei höheren Mindestabständen würde sich die Menge der für
Windenergieanlagen geeigneten Flächen ungefähr halbieren. Damit
stünden kaum noch ausreichend Gebiete zur Verfügung“, warnt Knudsen.
„Für die Windenergiebranche hätte das verheerende Folgen und würde
allein in Schleswig-Holstein tausende Arbeitsplätze gefährden und
mittelfristig Wertschöpfung in Milliardenhöhe vernichten.“

Knudsen hält die CDU-Forderung für Populismus, um Stimmen im Lager
der Windenergiegegner zu gewinnen. Gleichzeitig verweist sie auf eine
aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS EMNID. Danach
wünschen sich 46 Prozent der CDU-Wähler einen schnelleren Ausbau der
Erneuerbaren Energien, 39 Prozent möchten das Tempo mindestens
halten.

Inhaltlich falsch sei zudem die CDU-Aussage, höhere
Mindestabstände würden die Bürgerakzeptanz für Windenergie steigern:
Zwischen Bürgerakzeptanz für Windenergieanlagen und Mindestabständen
gibt es keinen direkten Zusammenhang, sofern geltende
Immissionsschutzregelungen eingehalten werden. Zahlreiche Studien
würden das belegen. Knudsen: „Die Aussage, mit steigendem Abstand
nehme die Akzeptanz zu, lässt sich empirisch nicht nachweisen.“ Die
bestehenden Mindestabstände von 400 bis 800 Metern seien zum Schutz
der Bürger völlig ausreichend und würden von diesen überwiegend auch
akzeptiert. „Die CDU betreibt jetzt mit falschen Argumenten
Vorwahlkampf zu Lasten der Bürger, des Klimaschutzes und der
nachfolgenden Generationen.“

Der ehemalige CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen habe
entscheidend daran mitgewirkt, dass heute dank der Energiewende viele
Kommunen im Land gut dastehen. „Dass nun ausgerechnet seine eigene
Partei der Branche Knüppel zwischen die Beine wirft und die
wirtschaftliche Lage von zehntausenden Bürgern und Arbeitnehmern
drastisch verschlechtern will, ist nicht nachvollziehbar“, sagt
Knudsen. „Wir fordern die CDU auf, ihren Antrag zurückziehen.“

Pressekontakt:
Bundesverband Windenergie (BWE)
Nicole Knudsen
Leiterin Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein
Tel.: (04841) 663210
E-Mail: sh@bwe-regional.de

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