„Wir brauchen mehr Altenpflege; nicht deren Siechtum!“ / bpa-Präsident kritisiert fehlende Anhörung zum Pflegeberufegesetz und mangelnde Umsetzung des politischen Kompromisses

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Trotz diverser Fragen und heftiger Kritik am
vorliegenden umstrittenen Pflegeberufereformgesetz hat der
Gesundheitsausschuss des Bundestages am heutigen 31. Mai 2017
entschieden, dazu keine Anhörung mehr durchzuführen. Bernd Meurer,
Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V.
(bpa), kann dafür kein Verständnis aufbringen: „Die Ablehnung dieser
Anhörung ist ein klares Zeichen dafür, dass eine offene und
öffentliche Diskussion um den Gesetzesentwurf nicht mehr gewünscht
wird, sondern das Gesetz in aller Eile vor der Bundestagswahl
verabschiedet werden soll. Ein gutes Gesetz braucht Kritik aber nicht
zu scheuen.“

Vor wenigen Wochen hatte sich die Regierungskoalition auf einen
Kompromiss zur Zukunft der Ausbildungen in der Pflege geeinigt.
Vorgesehen war, die Alten- und die Kinderkrankenpflege nicht
abzuschaffen, sondern den Auszubildenden eine Wahlmöglichkeit
zwischen diesen beiden Berufen und der sogenannten Generalistik zu
geben. Die jetzt dem Gesundheitsausschuss vorgelegten
Änderungsanträge setzen diesen Kompromiss aber nicht um, sondern
steuern die Auszubildenden in die Generalistik. „Der Gesetzesentwurf
bremst die Altenpflege aus, macht die generalistische Ausbildung zur
Regel und verunmöglicht den Altenpflegeschulen, weiter zu existieren.
Keine Schule muss die Altenpflegeausbildung anbieten, aber alle die
Generalistik“, fasst der bpa-Präsident zusammen.

Der bpa hatte deshalb auf eine Anhörung gedrängt. „Eine Anhörung
wäre die Chance gewesen, um zahlreiche Unklarheiten zu verdeutlichen
und anschließend zu beseitigen. Nun ist sie vertan. Umso wichtiger
ist jetzt die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung. Diese muss dem
Bundestag vorgelegt werden, und er kann sie ändern oder ablehnen. Das
Parlament muss dabei sicherstellen, dass ausreichend Praxisanteile in
der Altenpflege enthalten sind. Wir brauchen künftig nicht weniger,
sondern mehr Altenpflege“, so Meurer abschließend.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte
Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in
Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären
Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in
privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa
tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa
23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 24,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Herbert Mauel, Bernd Tews, bpa-Geschäftsführer, Tel.:
030/30 87 88 60, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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