Wo bleiben die kranken Kinder in der Pflegeausbildungsreform?

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Morgen stellt Staatssekretär Laumann, der
Bevollmächtige der Bundesregierung für die Pflege, die Website
www.generalistikjetzt.de vor. Dies ist ein ungewöhnlicher Weg, um für
Unterstützung für das Pflegeberufsgesetz der Bundesregierung zu
werben. Darin sollen die bisherigen Ausbildungen zur Altenpflege, zur
Krankenpflege und Kinderkrankenpflege in einer Pflegeausbildung
zusammengefasst werden. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und
Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD) nimmt den Vorstoß Laumanns
zum Anlass, um darauf hinzuweisen, dass der Entwurf für das
Pflegeberufsgesetz zu einer drastischen Verschlechterung der
Kinderkrankenpflege führen wird, wenn er in der jetzigen Form
verabschiedet würde.

Die Pflege von Kindern erfordert eine spezielle Ausbildung, weil
Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern sie je nach Alter
besondere Anforderungen an die Pflegepersonen stellen. Für die Pflege
von Kindern wird spezielles Fachwissen benötigt, das nicht am Rande
einer generalistischen Ausbildung, die vor allem auf die Pflege
kranker und alter Menschen vorbereitet, erworben werden kann.

Junge Menschen (meist Abiturientinnen und Abiturienten)
entscheiden sich, beruflich mit Kindern zu arbeiten und nicht
vorrangig Pflegende/r zu sein. Für diese wäre eine generalistische
Pflegeausbildung nicht mehr attraktiv.

Vor allem Kinderkrankenpflege ist heute mitunter sehr komplex:
Pflegende tragen sowohl Verantwortung für 500 g leichte Frühgeborene
als auch für Säuglinge, Kleinkinder, Schulkinder bis hin zu
Jugendlichen. Sie sie müssen mit den zunehmend chronischen
Erkrankungen in den verschiedenen Altersstufen umgehen und trotzdem
eine altersgerechte Entwicklung der Patienten fördern. Andreas
Wachtel, Vorstandsvorsitzender der GKinD: „Das adäquate Fachpersonal
für die Pflege von Kindern sind Kinderkrankenschwestern und -pfleger.
Diese haben den nächsten Zugang zu ihren kleinen Patienten und den
Eltern. Wir verstehen, dass der Gesetzgeber die Pflegeausbildung
reformieren und an EU-Vorgaben anpassen möchte. Aber dies darf nicht
zu Lasten der Pflege von Kindern gehen. Das Berufsbild der
Kinderkrankenpflege muss unbedingt erhalten bleiben!“

Die GKInD hat mit vielen anderen Verbänden, die sich seit
Jahrzehnten der Kindergesundheit verschrieben haben, einen
Kompromissvorschlag erarbeitet, wie im Rahmen der geplanten
generalistischen Ausbildung die Kinderkrankenpflege erhalten werden
könnte. Dazu der GKinD-Vorsitzende „Wir hoffen, dass die
gesundheitspolitischen Akteure diesen aufgreifen und stehen für
Gespräche bereit.“

Pressekontakt:
Jochen Scheel
Geschäftsführer
Tannenstr. 15
57290 Neunkirchen
Fon 030.60984280
Fax 030.60984283
Jochen.Scheel@GKinD.de

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