ZDF-Magazin „Frontal 21“: Diebe, Dealer und der Wahlkampf – Wie sicher ist die Hauptstadt? (FOTO)

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In wenigen Tagen wird in Berlin gewählt, und das Thema innere
Sicherheit wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Denn die
Kriminalität in der Hauptstadt steigt, vor allem Diebstahl- und
Drogendelikte haben zugenommen. Die Polizei komme dagegen kaum noch
an, leide seit Jahren unter den Folgen von Sparmaßnahmen und
Stellenabbau, berichtet das ZDF-Magazin „Frontal 21“ am Dienstag, 13.
September 2016, 21.00 Uhr.

Über Sicherheit und Sicherheitsempfinden wird heftig gestritten.
Auf Wahlplakaten der AfD ist ein Einbrecher zu sehen, der eine
verängstigte Frau mit dem Slogan bedroht: „Berlin braucht
Sicherheit“. Der Regierende Bürgermeister von der SPD versucht die
Berliner zu beruhigen: „Es gibt keine rechtsfreien Räume“, so Michael
Müller, „in denen man Angst haben muss, um sein Leben.“ Sein
Koalitionspartner sieht das offenbar etwas anders: „Bei der
Sicherheit können sich die Bürger augenscheinlich auf die Berliner
SPD nicht verlassen“, lässt die CDU die mehr als dreieinhalb
Millionen Berliner wissen. Ist man in der Hauptstadt nicht mehr
sicher?

Die aktuelle Kriminalitätsstatistik zeigt, dass die Zahl der
Straftaten in Berlin zugenommen hat – um knapp fünf Prozent auf fast
570 000 Fälle. Zwar ging die Zahl der Morde und Raubüberfälle zurück,
doch vor allem Diebstahl- und Drogendelikte haben enorm zugenommen.
Die Polizei sagt, sie komme dagegen kaum noch an. Sie leidet unter
den Folgen jahrelanger Sparpolitik und Stellenabbau, auch wenn in den
vergangen Jahren wieder mehr Polizisten eingestellt wurden. Die
Kriminalitätsstatistik verrät, dass die Aufklärungsquote seit 2006
von mehr als 50 Prozent auf knapp 44 Prozent zurückgegangen ist. Das
liegt vor allem an der Zunahme der unterdurchschnittlich aufgeklärten
Diebstahlsdelikte. Auch haben Rauschgiftdelikte deutlich zugenommen:
über 15 700 Fälle, 17 Prozent mehr als im Jahr 2014. Unklar bleibt,
wie stark der Anstieg dieser Straftaten mit dem Verfolgungsdruck der
Polizei zusammenhängt.

Insider berichten, viele Straftäter würden zwar ermittelt, blieben
aber auf freiem Fuß. „Wir werden längst nicht mehr für voll
genommen“, erklärt ein verdeckter Ermittler gegenüber „Frontal 21“:
„Wir haben Drogendealer, und das ist kein Einzelfall, die innerhalb
von eineinhalb Jahren 60 bis 70 Taten begehen und immer noch frei
rumlaufen.“ Ralph Knispel von der Vereinigung Berliner Staatsanwälte
bestätigt das. Polizei- und Vollzugsbeamte seien mittlerweile nicht
mehr in der Lage, tatsächlich alle Stadtgebiete Berlins abzudecken
und damit zu einem sicheren Gebiet zu machen. In Neukölln etwa
beobachtet die Polizei, wie arabische Clans ihren Einfluss in der
organisierten Kriminalität ausbauen. Viele Großfamilien seien im
Bereich Drogengeschäfte, Zuhälterei oder Schutzgelderpressung tätig,
berichtet ein Clan-Mitglied offen vor der „Frontal 21“-Kamera. „Aus
meiner Großfamilie sind die meisten in Haft wegen Raub.“ Vor der
Polizei hätten sie alle keinen großen Respekt, weil sie wüssten, dass
nichts passiere.

Ein Kurz-Video zum „Frontal 21“-Beitrag finden Sie unter diesem
Link: http://ly.zdf.de/7lQIG/

http://frontal21.zdf.de

http://twitter.com/frontal21

Ansprechpartner: Michael Hölting, ZDF-Redaktion „Frontal 21“,
Telefon: 030 – 2099-1254

Pressekontakt:
ZDF Presse und Information
Telefon: +49-6131-70-12121

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