ZDF-Politbarometer April I 2013 / SPD und Steinbrück im Tief/ Deutliche Mehrheit sagt: Euro-Austritt wäre schlecht für Deutschland (BILD)

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Politbarometer-Projektion: Kurz vor ihrem Parteitag rutscht die
SPD weiter ab. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die
CDU/CSU auf 42 Prozent (plus 2) und die SPD nur noch auf 27 Prozent
(minus 2). Die Grünen blieben konstant bei 14 Prozent, die Linke bei
6 Prozent (minus 1) und die FDP bliebe unverändert bei 4 Prozent. Die
sonstigen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent. Neben einer großen
Koalition hätte damit nur eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen oder
aus SPD, Grünen und Linke eine Mehrheit.

K-Frage: Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl
im September lieber als Kanzler/in hätten, verfügt Angela Merkel
weiterhin über einen sehr großen Vorsprung vor dem
SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. 63 Prozent wünschen sich
Merkel (März II: 60 Prozent) und 27 Prozent Steinbrück (März II: 29
Prozent) in diesem Amt, 10 Prozent äußern sich nicht (März II: 11
Prozent).

Kanzlerkandidaten-Profil: Bei den persönlichen Eigenschaften
„glaubwürdig“ und „sympathisch“ erhält Angela Merkel jeweils sehr
viel bessere Bewertungen (44 Prozent beziehungsweise 50 Prozent) als
Peer Steinbrück, den nur 11 Prozent für glaubwürdiger und 17 Prozent
für sympathischer halten. Gerade in punkto Glaubwürdigkeit sehen aber
viele (40 Prozent) keine großen Unterschiede zwischen der
Amtsinhaberin und ihrem Herausforderer, 27 Prozent finden weder
Merkel noch Steinbrück sympathischer. Wenn es um die Lösung der
Euro-Krise geht, trauen 46 Prozent Angela Merkel mehr zu und nur 10
Prozent Peer Steinbrück (kein Unterschied: 34 Prozent). Mehr soziale
Gerechtigkeit erwarten erstmals mit 26 Prozent geringfügig mehr
Befragte eher von Angela Merkel als von Peer Steinbrück (24 Prozent),
während 43 Prozent da keine großen Differenzen erkennen können.

TOP TEN: Platz eins der Top Ten nimmt weiterhin Bundeskanzlerin
Angela Merkel ein, die sich mit einem Durchschnittswert von 2,2 (März
II: 1,9) auf der Skala von +5 bis -5 wieder deutlich verbessert hat.
Danach folgen Wolfgang Schäuble mit unveränderten 1,5 und praktisch
gleichauf mit jeweils 0,9 Frank-Walter Steinmeier (März II: 1,0) und
Thomas de Maizière (März II: 1,1). Ursula von der Leyen kommt
unverändert auf 0,7, Horst Seehofer auf 0,5 (März II: 0,6), Sigmar
Gabriel auf 0,3 (März II: 0,4) und Peer Steinbrück auf 0,0 (März II:
0,1). Am Ende des Rankings liegen nach wie vor Guido Westerwelle mit
unveränderten minus 0,3 und Philipp Rösler mit minus 1,1 (März II:
minus 1,2).

SPD und Soziale Gerechtigkeit: Am Wochenende verabschiedet die SPD
ihr Programm für die Bundestagswahl, bei dem ein Schwerpunkt auf
Fragen der „sozialen Gerechtigkeit“ liegt. Dass Themen wie die
Anhebung des Spitzensteuersatzes, die Einführung einer
Vermögenssteuer und der Mindestlohn der SPD eher helfen werden, wenn
es um ein gutes Abschneiden bei der Wahl geht, meinen 46 Prozent
aller Befragten, 12 Prozent glauben, dass ihr das eher schaden wird
und 38 Prozent erwarten, dass das keine großen Auswirkungen haben
wird. Konkret finden zum Beispiel die SPD-Forderung nach Einführung
eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro 81 Prozent
richtig und nur 16 Prozent sprechen sich dagegen aus (weiß nicht: 3
Prozent).

Allerdings glauben 54 Prozent, dass es in Deutschland im Hinblick
auf die soziale Gerechtigkeit nicht viel anders aussehen würde als
jetzt, wenn nach der nächsten Bundestagswahl Rot-Grün regieren würde.
Lediglich 27 Prozent erwarten für diesen Fall mehr soziale
Gerechtigkeit und 12 Prozent befürchten sogar das Gegenteil.

Austritt aus dem Euro: Wenn Deutschland aus dem Euro austreten und
eine eigene Währung einführen würde, wäre dies nach Meinung von 66
Prozent eher schlecht für Deutschland, 26 Prozent sehen in solch
einem Schritt eher Vorteile (weiß nicht: 8 Prozent). In diesem
Zusammenhang geben 17 Prozent aller Befragten an, sie würden bei der
Bundestagswahl eine Partei wählen, die sich für den Austritt
Deutschlands aus dem Euro einsetzt. Mit 26 Prozent ist der Anteil
besonders hoch unter Befragten, die eine der vielen „sonstigen
Parteien“ präferieren und unter denen, die noch nicht wissen, wen und
ob sie wählen wollen oder bisher die Absicht haben, nicht zur Wahl zu
gehen. Aber auch unter den Anhängern der Linken (20 Prozent) und der
SPD (18 Prozent) gibt es hierfür überdurchschnittliche Zustimmung,
während bei den Anhängern von Grünen (8 Prozent) und CDU/CSU (11
Prozent) vergleichsweise wenige mit einem solchen Schritt liebäugeln.

Euro-Krisenmanagement der Kanzlerin: Dass Angela Merkel in der
Euro-Krise ihre Sache eher gut macht, meinen 70 Prozent aller
Befragten und 22 Prozent urteilen hier mit „eher schlecht“ (weiß
nicht: 8 Prozent). Hierbei erhält Merkel in allen
Partei-Anhängergruppen mehrheitlich positive Bewertungen (Anhänger
der CDU/CSU: 88 Prozent, SPD: 60 Prozent, Linke: 64 Prozent und
Grünen: 64 Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 9. bis 11. April 2013 bei 1302 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich
beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei
Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei
Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 48 Prozent,
SPD: 26 Prozent, FDP: 3 Prozent, Linke: 4 Prozent, Grüne: 14 Prozent.
Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 26. April 2013.

http://twitter.com/ZDF

Fotos sind erhältlich über die ZDF-Pressestelle, Telefon: 06131 –
70-16100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/politbarometer

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121
Telefon: +49-6131-70-12120

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