ZDF-Politbarometer Extra Rheinland-Pfalz Januar 2016 / CDU trotz Rückgang stärkste Partei – AfD legt zu / Gewünschte Ministerpräsidentin: Dreyer vor Klöckner (FOTO)

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In Rheinland-Pfalz liegt die CDU weiterhin klar vor der SPD, hat
aber im Vergleich zur letzten Umfrage im November Einbußen. Die SPD
kann leicht zulegen, während sich die Grünen etwas verschlechtern.
Ein deutliches Plus kann die AfD verzeichnen. FDP und Linke müssen um
den Einzug ins Parlament bangen.

Wenn schon am nächsten Sonntag gewählt würde, dann ergäben sich
die folgenden Projektionswerte für die Parteien: Die CDU käme auf 38
Prozent (minus 3) und die SPD auf 31 Prozent (plus 1). Die Grünen
würden mit 7 Prozent einen Punkt abgeben, die FDP könnte auf 5
Prozent (plus 1) zulegen und die Linke bliebe unverändert bei 5
Prozent. Die AfD könnte sich mit 9 Prozent (plus 3) deutlich
steigern. Die anderen Parteien zusammen erreichten 5 Prozent (minus
1). Eine Regierungsmehrheit hätte damit lediglich eine Koalition aus
CDU und SPD sowie rechnerisch auch ein Bündnis aus CDU, Grünen und
FDP.

Diese Projektion zeigt die momentane Stimmungslage und stellt
keine Aussage über den Ausgang der Landtagswahl am 13. März 2016 dar.
(Ergebnis der Landtagswahl 2011: SPD: 35,7 Prozent, CDU: 35,2
Prozent, Grüne: 15,4 Prozent, FDP: 4,2 Prozent, Linke: 3,0 Prozent,
Sonstige: 6,5 Prozent).

Koalitionen: Nur Schwarz-Rot mehrheitlich befürwortet

Bei der Gegenüberstellung verschiedener Regierungsmodelle erhält
lediglich eine große Koalition mehrheitlich Zustimmung. Ein Bündnis
aus CDU und SPD würden 46 Prozent begrüßen und 36 Prozent ablehnen
(Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „egal“ oder „weiß
nicht“). Ein erneutes rot-grünes Bündnis nach der Landtagswahl fänden
36 Prozent gut, aber 41 Prozent schlecht, für Schwarz-Gelb wären 34
Prozent, dagegen 43 Prozent. Nur ein Viertel (25 Prozent) der
Rheinland-Pfälzer spricht sich für Schwarz-Grün aus, fast die Hälfte
(47 Prozent) will kein solches Bündnis. Und noch weniger
Unterstützung (18 Prozent) erfährt eine Ampelkoalition aus SPD,
Grünen und FDP, 54 Prozent lehnen diese Variante ab.

Gewünschte Ministerpräsidentin: Vorsprung für Dreyer

Auch weiterhin liegt Malu Dreyer (SPD) bei der Frage, wen man
lieber als Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz hätte, vor ihrer
Herausforderin Julia Klöckner (CDU). Für Dreyer sprechen sich 44
Prozent aus, Klöckner bevorzugen 37 Prozent (keine von beiden: 7
Prozent; weiß nicht: 12 Prozent). Dabei verfügt die Amtsinhaberin
über etwas größeren Rückhalt in den eigenen Reihen als die
CDU-Spitzenkandidatin. 87 Prozent der SPD-Anhänger wünschen sich
erneut Dreyer als Ministerpräsidentin, 72 Prozent der CDU-Anhänger
wollen Klöckner.

Bewertung der Spitzenkandidatinnen: Dreyer mit höherem Ansehen

Auf der +5/-5-Skala (sehr hohes bis sehr niedriges Ansehen) erhält
Malu Dreyer mit einem Durchschnittswert von 1,8 (November 2,0) eine
deutlich bessere Bewertung als Julia Klöckner mit 0,9, die im
Vergleich zum November (1,3) auch stärker einbüßt. Dabei verfügt die
Ministerpräsidentin, die in den eigenen Reihen auf hervorragende 3,6
kommt, fast durchweg über hohes Ansehen, lediglich die AfD-Anhänger
(minus 1,1) vergeben eine Note im negativen Bereich. Dagegen fällt
die Beurteilung von Julia Klöckner in den verschiedenen
Parteianhängergruppen stark auseinander. Zwar erreicht sie bei den
eigenen Anhängern ebenfalls sehr gute 2,9, die Anhänger von SPD
(minus 0,8) und Grünen (minus 0,4) beurteilen sie aber negativ.

Regierung und Opposition: Kaum Unterschiede in der Leistungsbilanz

Mit einem Wert von 0,5 auf der +5/-5-Skala erhält die CDU für ihre
Oppositionsarbeit eine ähnlich mäßige Einstufung wie SPD und Grüne
für ihre gemeinsame Regierungsarbeit (0,6). Im Detail stellen die
Rheinland-Pfälzer der SPD (0,7) aber ein wesentlich besseres Zeugnis
aus als dem kleineren Koalitionspartner, die Arbeit der Grünen in der
Regierung wird mit minus 0,3 schlecht bewertet.

Themen und Kompetenzen:

Auch in Rheinland-Pfalz ist das Thema Flüchtlinge und Asyl mit 69
Prozent der Nennungen das mit Abstand wichtigste Problem im Land.
Weit abgeschlagen folgen Schule und Bildung (14 Prozent) sowie
Verkehr (12 Prozent). Bei der Kompetenz in der Flüchtlingspolitik
liegen SPD (26 Prozent) und CDU (24 Prozent) fast gleichauf. 8
Prozent setzen bei diesem Thema vor allem auf die AfD und 5 Prozent
auf die Grünen (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden: andere
Parteien mit jeweils unter 3 Prozent, „keine Partei“ und „weiß
nicht“). Im Bereich Schule und Bildung liegt die SPD mit 32 Prozent
knapp vor der CDU mit 29 Prozent, die Grünen nennen hier 6 Prozent.
Umgekehrt vertrauen beim Thema Wirtschaft 32 Prozent eher der CDU und
27 Prozent eher der SPD.

Die Umfragen zu diesem Politbarometer Extra wurden wie immer von
der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 19. bis 21. Januar 2016 unter 1 034 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten in Rheinland-Pfalz telefonisch erhoben.
Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte
Bevölkerung. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40
Prozent gut +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10
Prozent gut +/- zwei Prozentpunkte.

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Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108,
pressedesk@zdf.de

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
06131 – 70-16100, und über
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