ZDF-Politbarometer Oktober II 2014 / Mehrheit im Osten fände Ministerpräsidenten von der Linken gut / Deutliche Mehrheit gegen Rot-Rot-Grün im Bund

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Wenn es jetzt in Thüringen zu einer Landesregierung aus Linke, SPD
und Grünen käme und damit zum ersten Mal in einem Bundesland die
Linke einen Ministerpräsidenten stellte, fänden das bundesweit 29
Prozent gut und 40 Prozent schlecht (egal: 28 Prozent). In den neuen
Bundesländern sieht das ganz anders aus: Hier fände eine Mehrheit von
46 Prozent einen linken Ministerpräsidenten gut und nur 25 Prozent
schlecht (egal: 26 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden
jeweils „weiß nicht“).

Deutliche Ablehnung einer Koalition aus SPD, Linke und Grünen im
Bund

Wenn es nach der nächsten Bundestagswahl für eine Regierung aus
SPD, Linke und Grünen reichen würde, glauben 54 Prozent aller
Befragten, dass die SPD dann versuchen würde, eine solche Regierung
zu bilden, 41 Prozent glauben das nicht. Allerdings befürworten nur
23 Prozent aller Befragten eine solche Koalition im Bund, 56 Prozent
sind dagegen, und 18 Prozent ist es egal. Auch bei den SPD-Anhängern
stößt eine rot-rot-grüne Koalition auf mehr Ablehnung (42 Prozent)
als Zustimmung (36 Prozent). Die Anhänger der Grünen dagegen sprechen
sich etwas häufiger für (47 Prozent) als gegen (38 Prozent) dieses
Koalitionsmodell aus.

Projektion

Für eine rot-rot-grüne Koalition gäbe es zurzeit allerdings keine
Mehrheit: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die
CDU/CSU auf unverändert 41 Prozent und die SPD auf 26 Prozent (plus
1). Die Linke könnte mit 8 Prozent, die Grünen mit 9 Prozent und die
FDP mit 3 Prozent rechnen (alle unverändert). Die AfD käme jetzt auf
7 Prozent (minus 1), die anderen Parteien zusammen erzielten 6
Prozent (unverändert). Neben Schwarz-Rot würde es damit auch für
Schwarz-Grün reichen. Rechnerisch wäre auch eine Koalition aus
CDU/CSU und AfD möglich.

Top Ten: allgemein positivere Bewertungen

Auch in diesem Politbarometer führt Bundeskanzlerin Angela Merkel
die Liste der nach Ansicht der Befragten wichtigsten zehn
Politiker/innen an. Sie erreicht jetzt auf der Skala von +5 bis -5
einen geringfügig verbesserten Wert von 2,3 (Okt. I: 2,2). Auf Platz
zwei liegt Frank-Walter Steinmeier mit ebenfalls etwas besseren 2,0
(Okt. I: 1,8). Danach folgen Wolfgang Schäuble mit unveränderten 1,6,
Sigmar Gabriel mit 1,0 (Okt. I: 0,9), Peer Steinbrück mit 0,9 (Okt.
I: 0,8), Thomas de Maizière mit 0,8 (Okt. I: 0,6), Ursula von der
Leyen mit unveränderten 0,4, Andrea Nahles mit 0,3 (Okt. I: 0,1),
Gregor Gysi mit 0,2 (Okt. I: 0,1) und Horst Seehofer ebenfalls mit
0,2 (Okt. I: 0,0).

Wenig Verständnis für Streik bei Bahn und Lufthansa

Die Streiks der Lokführer und der Piloten könnten wohl auch in der
nächsten Zeit wieder aufgenommen werden. Bereits jetzt aber haben nur
39 Prozent aller Befragten Verständnis für den Streik der Lokführer
und nur 23 Prozent für den der Lufthansa-Piloten. Mehrheiten von 57
Prozent beziehungsweise 72 Prozent sind damit nicht einverstanden.
Ganz allgemein sind 59 Prozent der Ansicht, dass es gesetzliche
Einschränkungen geben sollte, damit Gewerkschaften, die nur einen
kleinen Teil der Beschäftigen eines Unternehmens vertreten, nicht
mehr das gesamte Unternehmen lahmlegen können. 36 Prozent lehnen
solche gesetzlichen Beschränkungen ab.

Wirtschaftliche Lage in Deutschland leicht eingetrübt

Inzwischen meinen nur noch 45 Prozent aller Befragten, dass die
wirtschaftliche Lage in Deutschland als gut bezeichnet werden kann.
46 Prozent urteilen mit „teils gut/teils schlecht“, und 9 Prozent
sagen „schlecht“. Mitte Juli wurde die Wirtschaftslage noch von 56
Prozent als gut bewertet (39 Prozent: teils/teils; 4 Prozent:
schlecht).

Trotz geringerem Wachstum: keine zusätzlichen Schulden

Nur 34 Prozent wollen angesichts der ökonomischen Veränderung,
dass der Staat weitere Schulden macht. Fast zwei Drittel (62 Prozent)
unterstützen den Plan der Bundesregierung, ab 2015 ohne zusätzliche
Schulden auszukommen. Das Ziel einer „Schwarzen Null“ findet
mehrheitlich Unterstützung bei den Anhängern aller Parteien.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 21. bis 23. Oktober 2014 bei 1268 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ
für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich
beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei
Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei
Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 43 Prozent,
SPD: 29 Prozent, Linke: 6 Prozent; Grüne: 10 Prozent, FDP: 2 Prozent,
AfD: 7 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag,
14. November 2014. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage auf
www.forschungsgruppe.de.

www.heute.de

http://twitter.com/ZDF

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
06131 – 70-16100, und über
http://pressefoto.zdf.de/presse/politbarometer

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