Zum Weltkindertag am 20. September / Deutsches Institut für Menschenrechte fordert mehr Beachtung der Kinderrechte von Flüchtlingskindern

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Das Deutsche Institut für Menschenrechte sieht die
Rechte von geflüchteten Kindern in Deutschland in Gefahr. Ihre
Rechte müssten in der deutschen Flüchtlingspolitik und Rechtspraxis
mehr Aufmerksamkeit erhalten als bisher, erklärte das Institut aus
Anlass des Weltkindertages am 20. September. Etwa ein Drittel der
derzeit in Deutschland Schutz suchenden Menschen seien Kinder und
Jugendliche. Sie hätten sehr belastende Erlebnisse hinter sich.
Deshalb brauche es dringend Konzepte und Maßnahmen, die auf die
steigende Zahl von Kindern und Jugendlichen unter den Flüchtlingen
reagierten.

Das Menschenrechtsinstitut wies darauf hin, dass Kinder Träger
eigener Menschenrechte seien und nicht nur als Anhängsel ihrer Eltern
betrachtet werden dürften. „Alle staatlichen Behörden auf Bundes-,
Landes- und kommunaler Ebene sind zur Beachtung der Kinderrechte aus
der von Deutschland ratifizierten UN-Kinderechtskonvention
verpflichtet. Sie gelten für alle Minderjährigen, unabhängig von
ihrer Staatsangehörigkeit, ihrem aufenthaltsrechtlichen Status oder
dem ihrer Eltern“, so das Institut.

Defizite bei der Einlösung der Kinderrechte gebe es in Deutschland
etwa beim Recht auf Gesundheit. Gegenwärtig sei der Zugang von
Flüchtlingskindern zur Gesundheitsversorgung aufgrund von Regelungen
im Asylbewerberleistungsgesetz sehr eingeschränkt, so dass sie nur
eine Akut- und Notfallversorgung erhielten. In der Regel würden
Erkrankungen erst dann behandelt, wenn sie eskalierten. „Solche
Restriktionen führen dazu, dass die Kosten für Gesundheitsausgaben
nicht sinken, sondern steigen, wie eine aktuelle wissenschaftliche
Studie aufzeigt“, so das Institut weiter.

Laut Institut bestehen weitere Defizite bei der Aufnahme von
unbegleiteten Minderjährigen, die ohne ihre Eltern nach Deutschland
fliehen. „Die Kapazitäten in der Kinder-und Jugendhilfe müssen
dringend weiter ausgebaut werden, damit sie kindgerecht betreut und
untergebracht werden können“, erklärte das Institut.

Gegenwärtig sind weltweit so viele Menschen auf der Flucht, wie
seit dem Endes des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Insbesondere lang
anhaltende Kriege und Konflikte führen dazu, dass ungefähr 60
Millionen Menschen auf der Flucht sind. Ein großer Teil davon sind
Kinder. Allein 36 Prozent aller Asylanträge in Deutschland werden von
Kindern gestellt, davon sind 45 Prozent unter fünf Jahren.

Pressekontakt:

Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon +49 30 25 93 59 14 * 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

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