Zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni /»Weil wir überleben wollen« / terre des hommes-Studie zu Kinderarbeit unter Flüchtlingen des Syrienkrieges

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Immer mehr syrische Flüchtlingskinder müssen
arbeiten, um das eigene Überleben und das ihrer Familien zu sichern.
Die Kinder arbeiten auf Großbaustellen in den Städten, auf Baumwoll-
und Orangenplantagen, aber auch als Bettler auf den Straßen oder als
Kämpfer in bewaffneten Gruppen. Dies ist das Ergebnis einer Studie
von terre des hommes anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit.

»Die Ausbeutung syrischer Flüchtlingskinder nimmt im sechsten Jahr
des Syrienkrieges dramatische Ausmaße an«, erklärte Albert Recknagel,
Vorstandssprecher von terre des hommes. »Die unerträglichen
Lebensbedingungen in Syrien wie auch für die in die Nachbarländer
Geflüchteten zwingen die Familien, ihre Kinder mitarbeiten zu lassen.
Oft sind die Kinder sogar die Hauptverdiener der Familie.« Recherchen
durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von terre des hommes in
Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei haben ergeben, dass über die
Hälfte der befragten Kinder mindestens sieben Stunden täglich
arbeiten. Ein Drittel der befragten Kinder arbeitet an sieben Tagen
in der Woche. Die Jüngsten unter ihnen sind erst fünf oder sechs
Jahre alt.

»Diese Kinder schuften für das eigene Überleben und das ihrer
Familien, und ruinieren dabei ihre Gesundheit und ihre Zukunft«, so
Albert Recknagel. »Sie tragen keine Schutzkleidung und arbeiten wie
Erwachsene. Sie gehen nicht zu Schule und werden in keiner Weise
altersgerecht betreut.«

Untersuchungen unter Flüchtlingskindern auf der Balkanroute in den
ersten Monaten 2016 haben hingegen keinen Hinweis auf verbreitete
Kinderarbeit in Europa erbracht, da die Flüchtlinge zügig
weiterreisen und nicht verweilen. Mit dem Schließen der Grenzen
könnte sich dies schnell ändern, da sich die Aufenthaltsdauer der
Kinder im Erstaufnahmeland erheblich verlängert. In Mazedonien und
Griechenland wurden erste Fälle von Kinderarbeit bekannt.

terre des hommes appelliert an die Europäische Union, die
Regierungen der Mitgliedsländer sowie an Unternehmen und
Gewerkschaften, sich für das Wohl dieser Kinder einzusetzen. »Die EU
muss dringend Vorsorge- und Schutzmechanismen für Flüchtlingskinder
etablieren, einheitliche Registrierungssysteme schaffen und
Inspektionen durchführen«, so Albert Recknagel. »Die Bundesregierung
ist aufgefordert, sich insbesondere um die Flüchtlingskinder in
Deutschland zu kümmern und den Berichten über verschwundene Kinder
nachzugehen. Vor allem brauchen wir zum Schutz der Kinder einen
ganzheitlichen Ansatz, der Schulbildung, kindgerechte Betreuung und
die direkte Unterstützung der Familien mit Bargeld umfasst.«

Pressekontakt:
Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher, Telefon 05 41 / 71 01-158 oder
0171 / 6 72 97 48, E-Mail c.ramm@tdh.de

Den Kinderarbeitsreport 2016 sowie weitere Informationen finden Sie
unter: www.tdh.de/kinderarbeitsreport2016

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