AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber in der stern-DISKUTHEK: „Die Mehrheit der AfD-Wähler lebt in einer komplett eigenen Realität“

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Warum gibt es 30 Jahre nach dem Mauerfall immer
noch so große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland? Ist
Ostdeutschland wirklich so rechts? Und warum hat die AfD gerade im
Osten so viel Zulauf? Darüber diskutieren in der neuen
DISKUTHEK-Folge AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber, „Zugezogen
Maskulin“-Rapper „Testo“ alias Hendrik Bolz, „ze.tt“-Chefredakteurin
Marieke Reimann und Christoph Giesa, Autor von „Gefährliche Bürger:
Die neue Rechte greift nach der Mitte“.

Beim ersten Statement „Ostdeutsche sind anders als Westdeutsche“,
zu dem sich die Gäste in der DISKUTHEK positionieren sollen, herrscht
noch Konsens. Alle bejahen das Statement und erklären im Anschluss,
dass es nach ihrer Auffassung große Unterschiede zwischen Ost- und
Westdeutschen gibt.

Beim zweiten DISKUTHEK-Statement „Rechts sein ist im Osten normal“
gingen die Meinungen deutlich auseinander. Rapper „Testo“ und
AfD-Aussteigerin Schreiber stimmen der These zu, während Journalistin
Reimann und Publizist Giesa widersprechen. „Bei Landtagswahlen wählen
in den neuen Bundesländern um die 20 Prozent die AfD. Wenn man es von
hinten betrachtet, sind es 80 Prozent, die nicht die AfD wählen“,
erklärt Reimann. Schreiber definiert „normal“ dagegen ganz anders.
Für sie geht es nicht alleine um Wählerstimmen, sondern vor allem um
die Frage, ob „definitiv rassistische Aussagen“ oder ein Bekenntnis
zur AfD geächtet würden. Das sei im Osten deutlich anders als im
Westen. Dem kann Rapper „Testo“, der in Leipzig geboren und in
Stralsund aufgewachsen ist, nur zustimmen: „Ich musste in meiner
Kindheit ein –Ich habe nichts gegen Ausländer– mehr erklären als ein
–Schnauze, du Jude!–“ Gesellschaftliche Anerkennung für rechtes
Gedankengut sei viel akzeptierter.

Ebenfalls umstritten unter den Diskutanten ist die Frage, ob die
AfD schon bei ihrer Gründung eine „rechtsradikale Partei“ gewsen ist.
Für Rechtsextremismus-Experte Christoph Giesa ist die Sachlage klar.
Er beobachtet die Partei seit ihrer Gründung, die rechtsradikale
Gesinnung sei von Anfang an deutlich zu erkennen gewesen. Franziska
Schreiber, die mittlerweile einen Youtubekanal im ARD- und
ZDF-Netzwerk funk bespielt, widerspricht und schildert ihre eigene
Erfahrung: „Ich hatte jetzt keinen Anlass zu denken: –Okay, in vier
Jahren ist das eine hardcore-rechtsradikale Partei.–“ Sie räumt
gleichzeitig aber ein, dass die Mehrheit der AfD-Wähler inzwischen in
einer „eigenen Wahrnehmung“ und einer „komplett eigenen Realität“
lebten. Diese Realität suggeriere AfD-Anhängern zum Beispiel, dass
wir uns in Deutschland „kurz vor einem Bürgerkrieg“ befänden. Ihr
selbst sei das Ausbrechen aus dieser „Parallel-Realität“ gelungen,
weil sie sich selbst und die Werte der Partei hinterfragt habe. Auch
deshalb habe sie ihre Social-Media-Kanäle geschlossen, um nicht mehr
so viele „Schreckensnachrichten“ zu sehen. „Da werden Bilder von
Männerhorden, die über Zäune oder durch Flüsse kommen, geteilt“, so
die AfD-Aussteigerin. Das werde dann mit Vergewaltigungs- und
Tötungsmeldungen kombiniert. Das wiederum spreche Ur-Ängste an.

Die ganze DISKUTHEK-Folge sehen Sie am Donnerstag, 3. Oktober, ab
17 Uhr auf www.stern.de/diskuthek oder www.youtube.com/stern.

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern-DISKUTHEK
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Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon: 040 – 3703 2468, E-Mail: gruengreiff.sabine@guj.de

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