Die Pflegekammer ist ein Placebo / Pflegende in rheinland-pfälzischen bpa-Einrichtungen starten eigene Unterschriftenaktion

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Pflegende aus den rheinland-pfälzischen
bpa-Einrichtungen protestieren gegen die Einrichtung einer
Pflegekammer und gegen die komplizierte Befragungsaktion durch das
Ministerium. Die Landesregierung will damit nach eigener Aussage
herausfinden, ob die Betroffenen eine Pflegekammer wollen.

„Die Registrierung und Befragung ist allerdings so kompliziert,
dass letztlich einzelne Befürworter über die Zukunft der Branche
entscheiden“, befürchtet der Präsident des Bundesverbandes privater
Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und rheinland-pfälzische
bpa-Landesvorsitzende Bernd Meurer. Pflegende der
bpa-Mitgliedseinrichtungen sammeln deshalb vollkommen unbürokratisch
Unterschriften gegen die Pflegekammer.

–Kostet 120,- EUR im Jahr. Wirkt aber nicht.– Dieser Slogan und
ein –Placebo– zieren die Materialen der bpa-Initiative gegen die
Pflegekammer. Dabei geht es nicht nur um Kritik am komplizierten
Befragungsablauf. „Rheinland-Pfalz plant für die Pflege eine Kammer
light“, ärgert sich Meurer. Zentrale Elemente einer Kammer wie eigene
Altersvorsorge oder die Festsetzung des Einkommens bleiben rechtlich
ausgeschlossen.

„Das Ministerium lässt die Pflegenden abstimmen und enthält ihnen
die wichtigsten Details vor“, so die Kritik des
bpa-Landesvorsitzenden. „Vielen Pflegenden wird nicht ausreichend
klar, dass eine Kammer sie mindestens 120,- EUR im Jahr kosten wird
und dass zusätzliche Bürokratie und Fortbildungen außerhalb der
Arbeitszeit drohen. Was die Kammer wirklich bringen soll, ist nicht
erkennbar“, so Meurer weiter. Eine Interessenvertretung der
Pflegenden gebe es schon jetzt durch freiwillig organisierte
Berufsverbände.

Mit dieser Initiative, welche vom Arbeitgeberverband Pflege
unterstützt wird, versucht der bpa deshalb, mit der eigenen
Unterschriftensammlung möglichst vielen Pflegenden Gehör zu
verschaffen. „Nur wer sich engagiert, kann auch mitentscheiden und
eine Pflegekammer letztlich verhindern“, betont Meurer.

bpa: Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V.
(bpa) bildet mit mehr als 7.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon
rund 400 in Rheinland-Pfalz) die größte Interessenvertretung privater
Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
230.000 Arbeitsplätze und ca. 17.700 Ausbildungsplätze. Das
investierte Kapital liegt bei etwa 18,2 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Jutta Schier, Landesbeauftragte des bpa Rheinland-Pfalz, Tel.:
06131-880320

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