DIW: Stundenentgelte in der Altenpflege steigen seit 2012 stärker als in der Gesamtwirtschaft / bpa Arbeitgeberpräsident Rainer Brüderle zu einer Studie des DIW

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Zu einer vom Deutschen Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) im Wochenbericht 16/2018
veröffentlichten Studie „Sozialwesen: ein rasant wachsender
Wirtschaftszweig“ erklärt bpa Arbeitgeberpräsident Rainer Brüderle:

„Das DIW führt in seiner Studie eine eindrucksvolle Entwicklung
der Altenpflege auf. So heißt es dort, dass die Wirtschaftsleistung
im Sozialwesen, zu dem insbesondere die ambulante und stationäre
Altenpflege sowie die Kinder- und Jugendhilfe gehören, sei zwischen
1991 und 2015 überdurchschnittlich gestiegen: um 140 Prozent. In der
gesamten Wirtschaft seien es 40 Prozent gewesen. Die Zahl der
Beschäftigten habe sich in diesem Bereich seitdem fast verdoppelt,
während sie in der gesamten Volkswirtschaft lediglich um elf Prozent
gestiegen sei. Seit 2012 spiegele sich die Nachfrage nach
qualifizierten Kräften vor allem im Bereich der Pflege auch in
stärker steigenden Löhnen wider. Sie seien seitdem stärker als in der
Gesamtwirtschaft gestiegen.

Das sind beeindruckende Zahlen. Sie machen deutlich, dass die
Altenpflege längst kein Nischensektor mehr ist, sondern ein wichtiger
Player in der Wirtschaft und in der Gesellschaft ist.

Trotzdem stehen wir noch vor großen Herausforderungen. Den
Lohnabstand zu anderen Branchen ist aufgrund des Qualifikationsmixes
in der Altenpflege noch eine beeinflussende Größe. Einen ganz
erheblichen Teil trägt dazu aber die Politik bei. Das sage nicht nur
ich, sondern das bescheinigt auch das DIW. Denn der Versuch der
Politik, die Beitragssätze in der Pflege niedrig zu halten, ziehe
eine Deckelung der Preise und damit der Löhne im Sozialwesen nach
sich. Wer also höhere Löhne fordert, muss jetzt auch endlich liefern.
Die Politik muss endlich sagen, was ihr und der Gesellschaft
insgesamt die Pflege wert ist. Darauf muss die Bundesregierung in
dieser Legislaturperiode Antworten finden.

Die Vorstellung der Politik, höhere Löhne lösten alle Probleme
ohne selbst Finanzierungsfragen zu lösen, die nur sie lösen kann, sei
eines ins Stammbuch geschrieben: Tarifliche Einheitslöhne für alle
bedeuten zunächst allein höhere Kosten für gleiche Leistungen oder
weniger Leistungen für die gleichen Kosten. Denn bei einen gleich
großen Kuchen mit immer größer werdenden Stücken bleiben am Ende
weniger Stücke für Wenige übrig.“

Die Studie finden Sie hier<:
http://www.diw.de/sixcms/detail.php?id=582487

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Dr. Sven Halldorn, Tel.: 030 / 20075593-20
www.bpa-arbeitgeberverband.de

Original-Content von: bpa Arbeitgeberverband, übermittelt durch news aktuell

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