Europawahl 2019: Einfluss der Generation 60plus gestiegen / Pressekonferenz in Berlin: Bundeswahlleiter stellt repräsentative Wahlstatistik vor

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Die Wahlbeteiligung bei der Europawahl 2019 war
in Deutschland mit 61,4 % so hoch wie seit 1989 nicht mehr.
Allerdings zeigt die repräsentative Wahlstatistik erhebliche
Unterschiede zwischen den Altersgruppen. So lag die Wahlbeteiligung
der Erst- und Jungwählerinnen und -wähler bis 24 Jahre bei
unterdurchschnittlichen 57,0 %. Die 25- bis 29-Jährigen hatten mit
54,0 % den niedrigsten Wert aller Altersgruppen. Am höchsten war die
Wahlbeteiligung mit 66,4 % bei den 60- bis 69-Jährigen, und auch bei
den Wahlberechtigen über 70 Jahren war sie mit 64,1 %,
überdurchschnittlich hoch. „Diese Unterschiede in der Wahlbeteiligung
führen in Kombination mit der demografischen Entwicklung zu einem
steigenden Einfluss der Generation 60plus auf das Wahlergebnis“,
sagte Dr. Georg Thiel, Bundeswahlleiter und Präsident des
Statistischen Bundesamtes, am 2. Oktober 2019 bei der Vorstellung der
Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik in Berlin.

Die höhere Wahlbeteiligung der über 60-Jährigen im Vergleich zu
jüngeren Altersgruppen kann bereits seit 2004 beobachtet werden. Bei
der Europawahl 2019 umfasste die Generation ab 60 Jahren mit rund
23,3 Millionen zudem über ein Drittel (37,9 %) aller Wahlberechtigten
und damit fast dreimal so viele wie die jüngere Generation unter 30
Jahren – sie machte mit 8,6 Millionen weniger als ein Siebtel (14,0
%) aller Wahlberechtigten aus. Die hohe Wahlbeteiligung Älterer
ergibt zusammen mit deren hohem Anteil an allen Wahl-berechtigten
einen Doppeleffekt, der den Einfluss der älteren Generation auf das
Wahlergebnis gesteigert hat, während der Einfluss der jüngeren
Generation weiter abnahm.

Unterschiede im Wahlverhalten nach Altersgruppen und Geschlecht

Die Unionsparteien und die SPD erhielten ihre Stimmen bei der
Europawahl 2019 mit weiter steigender Tendenz überproportional aus
der Generation 60plus. So erhielt die CDU 54,5 % ihrer Stimmen von
Wählerinnen und Wählern ab 60 Jahren, die CSU bekam 53,6 % und die
SPD 53,5 % ihrer Stimmen aus dieser Altersgruppe. Die 45- bis
59-Jährigen bildeten die Stammwählerschaft der GRÜNEN. Die
Wählerschaft der LINKEN entsprach am ehesten der Altersstruktur aller
Wahlberechtigten. Ähnliches gilt bei der AfD, wobei die 45- bis
59-Jährigen im Vergleich zu deren Anteil an allen Wahlberechtigten
überrepräsentiert und die Wählerinnen und Wähler bis 24 Jahre
unterrepräsentiert waren.

Während bei der SPD die Unterschiede zwischen Männern und Frauen
bei der Stimmabgabe eher gering und bei der CSU sowie den FREIEN
WÄHLERN nahezu nicht vorhanden waren, gewannen die GRÜNEN bei den
Frauen mit 23,2 % einen viel höheren Stimmenanteil als bei den
Männern mit 17,7 %. Die Differenz der Stimmenanteile zwischen den
Geschlechtern ist hier weiter gewachsen (bei der Europawahl 2014
betrug sie nur 3,3 Prozentpunkte), was die GRÜNEN zu einer häufiger
von Frauen gewählten Partei macht. Dies hat sie mit der CDU
gemeinsam, wobei die Differenz hier zuletzt abnahm. Im Unterschied
dazu fanden sowohl die FDP (Männer: 6,1 %, Frauen 4,8 %) als auch DIE
LINKE (Männer: 5,7 %, Frauen 5,3 %) bei den Männern größeren
Rückhalt. Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den
Stimmenanteilen bei Männern und Frauen bei der AfD (Männer: 14,6 %,
Frauen 7,6 %) und der PARTEI (Männer: 3,3 %, Frauen 1,5 %): Beide
Parteien wurden etwa doppelt so häufig von Männern gewählt wie von
Frauen. Briefwahl-Anteil erreicht 28,4 %

Bei der Europawahl 2019 gaben 28,4 % der Wählerinnen und Wähler in
Deutschland ihre Stimme per Briefwahl ab. Der Anteil lag damit 3,1
Prozentpunkte über dem Wert bei der Europawahl 2014 und 0,2
Prozentpunkte unter dem der Bundestagswahl 2017. Auffällig war, dass
die Briefwahlquoten in den neuen Ländern zum Teil deutlich niedriger
ausfielen als in den Ländern des früheren Bundesgebiets: Sie reichten
im Osten (ohne Berlin) von 17,7 % in Sachsen-Anhalt bis 22,6 % in
Mecklenburg-Vorpommern. Im Westen lagen die Quoten zwischen 19,3 % in
Niedersachsen und 44,2 % in Rheinland-Pfalz.

Nachwahlbefragung des Europäischen Parlaments: Umweltschutz als
Wahlmotiv Bei der Pressekonferenz zur repräsentativen Wahlstatistik
hat zudem das Europäische Parlament ausgewählte Ergebnisse seiner
repräsentativen Nachwahlbefragung bekanntgegeben: Danach haben 51 %
der Wählerinnen und Wähler in Deutschland das Thema „Bekämpfung des
Klimawandels und Umweltschutz“ als eines der Themen angegeben,
aufgrund derer sie ihre Wahlentscheidung bei der Europawahl 2019
getroffen haben. Damit war dieses Thema das meistgenannte bei der
Frage nach den ausschlaggebenden Themen bei der Wahlentscheidung.
Jeweils 42 % der befragten Wählerinnen und Wähler in Deutschland
nannten die Themen „Förderung von Menschenrechten und Demokratie“ und
„Die Art und Weise, wie die EU in Zukunft funktionieren sollte“ als
bedeutende Themen. Für 39 % war das Thema „Einwanderung“ wichtig für
die Wahlentscheidung und für 36 % das Thema „Wirtschaft und
Wachstum“.

Die vollständige Pressemitteilung ist im Internetangebot des
Bundeswahlleiters unter http://www.bundeswahlleiter.de zu finden.

Weitere Auskünfte gibt:

Büro des Bundeswahlleiters Telefon: 0611 75-4863
www.bundeswahlleiter.de/kontakt

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:

Der Bundeswahlleiter
Pressestelle
Telefon: +49 611-75 34 44
E-Mail: pressestelle@bundeswahlleiter.de

Original-Content von: Der Bundeswahlleiter, übermittelt durch news aktuell

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