Junge Demokratie, alte Probleme / Parlamentswahlen in Tunesien

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In Tunesien finden am Sonntag, den 6.
Oktober 2019 Parlamentswahlen statt. Eine Woche nach den
Parlamentswahlen soll die Stichwahl um die Präsidentschaft
stattfinden. Die Regierungsbildung könnte wegen der politischen
Zerklüftung dauern. Dabei drängt die Zeit. Haushalt und
Leistungsbilanz sind seit Jahren in den roten Zahlen. „Ein Großteil
der Bevölkerung des Tunesiens gilt als unzufrieden und hadert mit der
schlechten Wirtschaftslage. Das reale Wachstum des
Bruttoinlandprodukts (BIP) lag 2018 bei 2,5 Prozent, für 2019 werden
1,4 Prozent prognostiziert. Zu wenig, um nachhaltige Auswirkungen auf
die Beschäftigung zu haben“, sagt Peter Schmitz,
Tunesien-Korrespondent bei Germany Trade & Invest (GTAI) in Tunis.

Arbeitslosigkeit ist eine Konstante in der noch jungen Geschichte
der tunesischen Demokratie. „Junge, Hochschulabsolventen und Frauen
sind die am stärksten betroffenen Gruppen. Kombiniert mit einer hohen
Inflation und einem niedrigen Wirtschaftswachstum sind die
Perspektiven für viele durchwachsen. Die Arbeitslosenquote Tunesiens
liegt seit Jahren bei über 15 Prozent“, so Schmitz. Bei den 15 bis
24-Jährigen lag die Arbeitslosenquote Anfang 2019 bei rund 34
Prozent, bei Hochschulabsolventen bei knapp 29 Prozent. „Auch diese
Zahlen ändern sich kaum. Viele Ingenieure, Ärzte und Wissenschaftler
verlassen das Land wegen mangelnder Jobaussichten oder wegen des
bestehenden Lohngefälles nach Europa.“

Dennoch ist Tunesien ein wichtiger Produktionsstandort für einige
europäische Unternehmen, die ihre Vor- oder Fertigprodukte oft zurück
nach Europa exportieren. Hoffnungsträger für die Zukunft ist die
IT-Branche, die zuletzt überdurchschnittlich wuchs. Zudem arbeitet
das Land kontinuierlich daran, sich als Handelsplatz zwischen Europa
und Afrika zu positionieren. Es bestehen bereits mehrere
Handelsabkommen, die laut Schmitz jedoch einigen Restriktionen
unterliegen: „Die Regierung schwankt zwischen der Öffnung von Handel
und Investitionen und dem Schutz heimischer Industriesparten vor
ausländischer Konkurrenz.“

Bewegung ist in den Markt für erneuerbare Energien gekommen.
Tunesien nutzt das vorhandene Potential zur Energieerzeugung aus
regenerativen Quellen bisher kaum. Die Energieimporte, vor allem
Gasimporte aus dem Nachbarland Algerien, belasten den Staatshaushalt
inzwischen enorm. Bis 2030 soll der Anteil der erneuerbaren Energien
auf 30 Prozent steigen, 2018 lag er nur bei etwa drei Prozent.
Deutschland unterstützt Tunesien bei der Entwicklung der erneuerbaren
Energien im Rahmen der Deutsch-Tunesischen Energiepartnerschaft.

Weitere Informationen zu Tunesien unter: www.gtai.de/tunesien

Germany Trade & Invest (GTAI) ist die
Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die
Gesellschaft informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte,
wirbt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland und
begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.

Pressekontakt:
Esad Fazlic
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Original-Content von: Germany Trade & Invest, übermittelt durch news aktuell

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