Kölner Stadt-Anzeiger: Einbußen für viele Cook-Urlauber Versicherungssumme reicht nicht für Kunden, die Reisen noch antreten wollen

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Köln. Der Vorstandsvorsitzende der
Zurich-Versicherung, die den Schaden des insolventen
Reiseveranstalters Thomas Cook reguliert, kritisiert die derzeitige
gesetzliche Deckelung der Versicherungssumme für Reiseveranstalter in
Höhe von 110 Millionen Euro. “Es gibt durch die gesetzliche Regelung
eine enorme Lücke und man wird jetzt und in Zukunft auf politischer
Ebene darüber sprechen müssen, wie diese Lücke gefüllt wird”, sagte
Carsten Schildknecht dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Mittwochsausgabe).
Hintergrund ist, dass Kunden von Thomas Cook, die ihren Urlaub noch
nicht angetreten haben, nicht mit einer vollen Erstattung des bereits
gezahlten Geldes rechnen können. “Wir gehen davon aus, dass die
Deckungssumme von 110 Millionen Euro nicht ausreichen wird”, sagte
Schildknecht. Andere Länder hätten die gesetzlichen EU-Vorgaben aus
den 90er Jahren, die Reisende absichern soll, anders umgesetzt. “In
Österreich ist die Versicherungssumme an die Größe des
Reiseveranstalters gekoppelt. In Großbritannien springt am Ende die
Regierung ein”. Es werde sicherlich Diskussion geben, warum das
Gesetz in Deutschland so umgesetzt und ungeachtet des Wachstums und
der beträchtlichen Größe der Reisebranche nicht angepasst wurde,
sagte Schildknecht. Es hätte bis in die jüngste Vergangenheit immer
wieder mehrere erfolglose Ansätze gegeben, die Regelung zu
reformieren. Der Versicherungschef betonte, das Unternehmen sei von
Anfang an aktiv auf die Kunden zugegangen und habe nicht gewartet,
bis die Schäden eingereicht worden seien. Wäre dies nicht geschehen
und hätte man nicht die Garantien ausgesprochen, wäre der
Rückholschaden noch deutlich größer ausgefallen. “Nicht nur, dass die
Menschen nicht nach Hause gekommen wären und es ein logistisches
Chaos gegeben hätte, die Kunden hätten vor Ort die regulären und
damit höheren Raten zahlen müssen. Die Rückbeförderung wäre also
deutlich teurer geworden und die Erstattungssumme für alle geringer.”
Derzeit seien noch 14 000 Reisende von ehemals 140 000 unterwegs.
“Wir gehen davon aus, dass Ende der Woche nur noch 3000 betroffen
sein werden. Die Sicherung der Kosten für Beherbergung und Rückreise
gelten nur für die Kunden, die noch vor Ort waren bzw. sind – aber
die gesamten Schäden sind sehr viel größer”, sagte Schildknecht.

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