Mietenentwicklung: Der Paritätische fordert wirksame Maßnahmen zur Mietpreisbegrenzung

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Der Paritätische Wohlfahrtsverband betrachtet die
immer weiter steigenden Mieten besonders in deutschen Großstädten mit
Sorge. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die
durchschnittlichen Mieten in Deutschland um 12 Prozent, in den
Metropolen sogar um bis zu 30 Prozent. Der Verband befürchtet, dass
sich die ohnehin bereits schwierige Situation für Geringverdienende
und Arbeitssuchende weiter verschlechtert.

„Der traurige Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort. Die
Mietwohnung wird vielerorts zum echten Armutsrisiko“, stellt Ulrich
Schneider fest, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen
Gesamtverbandes. Der ungebremste Mietenanstieg treffe dabei bestimmte
Gruppen besonders hart: Pflegebedürftige und Menschen mit
Behinderung, die eine barrierefreie Wohnung suchen, Studierende,
Alleinerziehende und kinderreiche Familien, Ausländer*innen. „Es sind
die, die es ohnehin schwer haben, die zu den großen Verlier*innen auf
dem hart umkämpften Wohnungsmarkt gehören“, so Schneider. „Wenn wir
es als Wohlfahrtsverband mittlerweile kaum noch schaffen, für Frauen
in Frauenhäusern oder für Jugendliche aus Einrichtungen der
Jugendhilfe dringend benötigte Wohnungen zu finden, dann müssen alle
Alarmlampen angehen.“

Besonders alarmierend sind aus Sicht des Paritätischen die großen
Diskrepanzen bei den Mietbelastungsquoten, die das Statistische
Bundesamt ebenfalls ermittelt hat. So muss ein Haushalt mit einem
monatlichen Nettoeinkommen von unter 900 Euro im Durschnitt fast die
Hälfte für die Miete aufwenden, während ein Haushalt mit über 6000
Euro nur 13 Prozent aufwendet. Schneider: „Bei Geringverdienenden
kann jede Mieterhöhung den Wohnungsverlust bedeuten. Angesichts
vieler unsozial handelnden Immobilienkonzerne und einer
inkonsequenten Wohnungspolitik ist die Angst vor Wohnungslosigkeit
stille Untermieterin in vielen Wohnungen.“

Der Paritätische Gesamtverband fordert von der Politik stärkere
Anstrengungen, um mehr Menschen vor dem seit Jahren grassierenden
Mietenwahnsinn zu schützen. Notwendig seien vor allem wirksame
Instrumente zur Begrenzung der Mietpreise. Die Mietpreisbremse müsse
endlich scharf gemacht werden. Die großen Metropolen sollten
gegebenenfalls auch über einen Mietpreisdeckel nach Berliner Muster
nachdenken, empfiehlt der Verband. Darüber hinaus fordert der
Paritätische die Schaffung von dauerhaft gebundenen Sozialwohnungen,
die Wiedereinführung der Wohngemeinnützigkeit, eine sozial gerechte
Bodenpolitik sowie einen besseren Zugang für unterprivilegierte
Bedarfsgruppen zu Wohnungen. Die Kosten der Unterkunft und
Energiekosten müssten bedarfsgerecht erhöht werden. Auch die
Vergesellschaftung von Grund und Boden dürfe kein Tabu sein.

Pressekontakt:
Gwendolyn Stilling, pr@paritaet.org, Tel.: 030 24636-305

Original-Content von: Paritätischer Wohlfahrtsverband, übermittelt durch news aktuell

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