NOZ: Bundesregierung: Immer weniger Wanderschäfer in Deutschland unterwegs

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Osnabrück. In Deutschland sind immer weniger
Wanderschäfer mit ihren Herden unterwegs. Die Bundesregierung geht in
einer Antwort auf Anfrage der Grünen davon aus, dass die Zahl seit
1999 um 70 Prozent zurückgegangen ist, berichtet die “Neue
Osnabrücker Zeitung”. Demnach gab es im Jahr 2016 vermutlich weniger
als 100 Wanderschäfer, die dieser besonderen Form der Schafhaltung
nachgingen: Sie ziehen mit ihren Tieren oft über große Strecken von
Weide zu Weide. 1999 sind es mutmaßlich noch mehr als 300
Wanderschäfer gewesen. Exakte Zahlen hat das
Bundeslandwirtschaftsministerium nach eigener Aussage nicht.
Wanderschäfer würden nicht gesondert von anderen Schafhaltern
statistisch erfasst. Der Bundesverband der Berufsschäfer teilt die
Einschätzung der Regierung aber.

Verbandschef Günther Czerkus wies in der “NOZ” darauf hin, dass
alle Schäfer wirtschaftliche Probleme hätten. Die Bundesregierung
schreibt, dass das durchschnittliche Jahreseinkommen in dem Beruf bei
24.900 Euro liege. “Eigentlich bräuchten wir schon lange ein
Rettungspaket”, so Czerkus. Er verwies auf die Bedeutung der
Schafhaltung für den Artenschutz. Das Bundesagrarministerium schreibt
in der Antwort, dass etwa 500 Pflanzenarten auf den Flächen wüchsen,
die von Schafen, Ziegen oder Rindern beweidet würden – darunter
einige, die im Bestand als gefährdet gälten. “Das entspricht 15
Prozent unserer Flora”, so Staatssekretär Michael Stübgen. Czerkus
forderte, dass diese Leistung der Schäfer entlohnt werden müsse.

Die Grünen im Bundestag unterstützen das. Steffi Lemke,
naturschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, betont:
“Schafe, Ziegen und Rinder leisten Unersetzliches für den Erhalt der
Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft.” Gemeinsam mit ihrem
Fraktionskollegen Friedrich Ostendorff fordert sie daher eine
bundesweite Weidetierprämie. 30 Euro pro Muttertier schlagen die
Grünen vor. Ostendorff sagt, eine solche Prämie sei notwendig, “weil
die Schäferei nicht nur Tiere, Natur und Klima schützt, sondern auch
eine wunderschöne Form der Landwirtschaft darstellt”.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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