PARITÄTISCHER kritisiert massive Ungleichbehandlung von Minderjährigen mit Behinderung

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SGB VIII schließt junge Menschen mit Behinderungen
aus Kinder- und Jugendhilferecht aus – Zuständigkeiten von Behörden
häufig unklar – Leistungen für Kinder und Jugendliche müssen
vereinheitlicht werden

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband kritisiert die massive
Ungleichbehandlung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne
Behinderung im derzeitigen Sozialleistungssystem des SGB VIII. Der
Verband fordert, den Ausschluss von jungen Menschen mit körperlichen
oder geistigen Behinderungen aus dem Kinder- und Jugendhilferecht
sofort zu beenden.

Nach aktueller Rechtslage sind für junge Menschen mit
Behinderungen spezielle Ämter der Eingliederungshilfe zuständig sind.
Bei allen anderen Kindern und Jugendlichen sind es hingegen die
Jugendämter. Dadurch werden betroffene Familien häufig zwischen den
Behörden hin und her geschoben, kritisiert der PARITÄTISCHE.

„Dass die Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen
in unterschiedlichen Sozialleistungssystemen geregelt sind, ist nicht
nachvollziehbar und ein klarer Verstoß gegen die
UN-Behindertenrechtskonvention“, mahnt Ulrich Schneider,
Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Eltern und
ihre Kinder werden zu Leidtragenden eines schlecht geregelten und
ungerechten Sozialleistungssystems. Familien erhalten durch diese
Ungleichbehandlung oft keine, erst verspätet oder nur unzureichend
Hilfe“, kritisiert Schneider.

Der PARITÄTISCHE fordert daher die einheitliche Zusammenführung
der Leistungen für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung im
Kinder- und Jugendhilferecht. „Alle Angebote der Kinder- und
Jugendhilfe müssen inklusiv gestaltet werden, so dass jedes Kind
mitmachen und teilhaben kann. Das gilt für die Wohngruppe für Kinder
und Jugendliche genauso wie für Beratungsangebote oder die
Jugendarbeit“, so Schneider.

Im heutigen System werden Kinder und Jugendliche mit geistigen
oder körperlichen Behinderung von den Behörden als Mitglieder einer
gesonderten Gruppe behandelt. Das ist das Gegenteil von Inklusion,
wie wir sie insbesondere für die Kitas schon lange fordern“, ergänzt
Michael Saitner, Geschäftsführender Vorstand des PARITÄTISCHEN
Wohlfahrtsverbands Schleswig-Holstein.

In einem gemeinsamen Appell („Exklusion beenden: Kinder- und
Jugendhilfe für alle jungen Menschen und ihre Familien!“), haben sich
heute hunderte Organisationen an die Bundesregierung gewendet, um die
Ungleichbehandlung zu beenden. Unterzeichnet wurde dieser auch von
der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, zu welcher
der PARITÄTISCHE gehört.

Pressekontakt:
PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein e.V.
Michael Saitner, Geschäftsführender Vorstand
Tel.: (0431) 5602-11
E-Mail: vorstand@paritaet-sh.org
Website: www.paritaet-sh.org

Original-Content von: PARITÄTISCHER SH, übermittelt durch news aktuell

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