Pflegebedürftigen droht Einschränkung ihrer Wahlmöglichkeiten / bpa befürchtet weniger Vielfalt an Pflegeangeboten durch die geplante dritte Pflegereform

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„Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen
vielfältige und passende Pflegeangebote, dann können die Bürgerinnen
und Bürger selbst entscheiden, welche Unterstützung und Versorgung
sie wünschen und brauchen.“ Der Präsident des Bundesverbandes
privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Bernd Meurer, hat die
im aktuellen Pflegestärkungsgesetz III geplante zentrale Rolle der
Kommunen kritisiert. „Kommunen sollen den Bedarf ermitteln und die
Rahmenbedingungen für eine entsprechende Versorgung schaffen. In der
Vergangenheit haben wir aber vielfach erlebt, wie aus einer
Bedarfsplanung bei knappen Kassen schnell eine Steuerung durch
Zulassung oder Verhinderung wurde“, sagte Meurer auf der
bpa-Fachtagung in Neuss.

Damit stimmte Meurer auch Staatssekretärin Martina
Hoffmann-Bardache aus dem Ministerium für Gesundheit, Emanzipation,
Pflege und Alter zu, die sich zuvor klar für einen breiten
Angebotsmix in der Pflege ausgesprochen hatte. Der bpa erwarte aber,
dass dieser Mix durch die Landespflegepolitik auch ermöglicht wird,
so Meurer.

Hoffmann-Bardache warnte angesichts der bevorstehenden Einführung
des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs davor, Verlierer in den Reihen
der Pflegebedürftigen zu schaffen. „Für die Menschen, die ab dem
kommenden Jahr neu in eine Pflegeeinrichtung kommen, greift die
Übergangsregelung nicht mehr. Hier können sich künftig deutlich
höhere Eigenanteile ergeben.“

Um eine echte Wahlfreiheit zu erhalten, müsse sich auch die
stationäre Pflege weiterentwickeln können, sagte der
nordrhein-westfälische bpa-Landesvorsitzende Christof Beckmann. „In
den nächsten Jahren müssen Milliarden in die Pflegelandschaft
investiert werden. Das geht nur, wenn die Unternehmen
Planungssicherheit haben“, so Beckmann mit Blick auf die aktuelle
Ankündigung der NRW-Landesregierung, weiterhin keine aktuellen
Bescheide für Investitionskosten auszustellen. „Es ist an der Zeit
anzuerkennen, dass das neue Altenpflegegesetz in NRW mit der
zukunftssicheren Finanzierung der stationären Pflege überfordert und
praktisch nicht umsetzbar ist. Deshalb muss es noch einmal
grundlegend überarbeitet werden.“

Für den bpa-Fachtag waren rund 300 Gäste von Trägern, Behörden und
aus der Politik nach Neuss gekommen. Am Tag zuvor hatte die
Mitgliederversammlung der nordrhein-westfälischen bpa-Landesgruppe
Christof Beckmann einstimmig zum Landesvorsitzenden wiedergewählt.
Gleichzeitig wurde Gerhard Eickhoff zum Abschied für seine insgesamt
mehr als 30-jährige Verbands- und Vorstandsarbeit mit der silbernen
Ehrennadel des bpa geehrt.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.300 in Nordrhein-Westfalen) die größte Interessenvertretung
privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.
Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der
Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater
Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen
die Verantwortung für rund 275.000 Arbeitsplätze und circa 21.000
Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch
www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei
etwa 21,8 Milliarden Euro.

Pressekontakt:
Für Rückfragen: Norbert Grote, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 0211/311 39 30, www.bpa.de

Original-Content von: bpa – Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell

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