Rheinische Post: DIHK-Umfrage: Neun von zehn Unternehmen befürworten mehr Klimaschutz-Maßnahmen / Präsident Schweitzer: Wirtschaft darf durch CO2-Preis unterm Strich nicht belastet werden

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Neun von zehn deutschen Unternehmen befürworten
grundsätzlich zusätzliche Klimaschutz-Maßnahmen, damit Deutschland
seine Klimaziele 2030 und 2050 erreichen kann. Das geht aus einer
noch unveröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und
Handelskammertages (DIHK) unter 2600 Mitgliedsunternehmen hervor, die
der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag) vorliegt. Zugleich hat
aber die Enttäuschung über den bisherigen Verlauf der Energiewende
stark zugenommen: Nur noch 15 Prozent der Industrieunternehmen sehen
die Energiewende als positiv für ihr eigenes Geschäft an, wie das so
genannte IHK-Energiewende-Barometer zeigt. Die Energiewende wird der
Umfrage zufolge von den Unternehmen unterm Strich so negativ bewertet
wie seit 2015 nicht mehr. Denn im laufenden Jahr müssen der Umfrage
zufolge erstmals mehr als die Hälfte der Betriebe noch mehr für den
Strom bezahlen als im Vorjahr. „Wer bei diesen Unternehmen Vertrauen
gewinnen will, muss ihnen Zeit für Umstellungen gewähren“, mahnte
DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Werde für einen besseren Klimaschutz
wie erwartet eine CO2-Bepreisung eingeführt, bräuchten die
Unternehmen einen zeitlichen Vorlauf, forderte Schweitzer. Eine
solche Übergangszeit sei auch deshalb wichtig, weil es in vielen
Fällen noch keine wirtschaftlich verfügbaren Alternativen gebe, etwa
im Schwerlastverkehr. „Zentral bei einer CO2-Bepreisung ist, dass die
Wirtschaft unterm Strich nicht zusätzlich belastet wird“, sagte
Schweitzer. „Denn dies würde in Kombination mit den im
internationalen Vergleich hohen Strompreisen ihre
Wettbewerbsfähigkeit gefährden.“ Ein wirksamer Ausgleich ließe sich
für einen Großteil der Betriebe über die Senkung der Umlage zur
Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) erzielen.
Unternehmen, die wenig Strom, aber beispielsweise viel Erdgas
verbrauchten, müssten zusätzlich entlastet werden. Andernfalls
verliere Deutschland seine Attraktivität als Investitionsstandort.

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