Rheinische Post: NRW-Umweltministerin Heinen-Esser: “Sechs marinierte Hähnchenschenkel für 1,99 Euro – das kann nicht funktionieren”

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NRW-Umweltministerin Ursula Heinen Esser (CDU)
erhöht den Druck auf Schlachtbetriebe, die ihre Arbeit nicht auf
freiwilliger Basis mit Videokameras überwachen lassen wollen. “Diese
Betriebe werden wir durch andere Kontrollen stärker in den Fokus
nehmen müssen”, sagte Heinen-Esser im “Ländersache”-Podcast der
“Rheinischen Post” (Montag). Eine neue Tiergesundheitsdatenbank, in
der Informationen zu Nutztieren von Haltern, Schlachthöfen, amtlichen
Kontrollen und Transportkontrollen zusammenfließen, soll dabei
helfen. “Die Tierärzte können dann sehr genau sehen, ob irgendwo
etwas schiefläuft”, sagte Heinen-Esser, “das soll eine klare Ansage
an alle sein, die nicht vernünftig mit Tieren umgehen.” Die
Ministerin hatte in der vergangenen Woche eine neue Nutztierstrategie
vorgestellt. Neben einem neuen Tierschutzbeauftragten sollen
freiwillig aufgestellte Videokameras in Schlachthöfen Missstände
verhindern. Die neue Datenbank sei mit einem Algorithmus hinterlegt,
“so dass die Datenbank von selbst Alarm schlägt, wenn bestimmte
Überschreitungen auftauchen”, erklärte Heinen-Esser. Der Alarm
erreiche dann die Kreisveterinäre. Zur Frage, ob die Verbraucher über
ihren Einkauf auch selbst für mehr Tierschutz in der
Nutztierindustrie sorgen, äußerte sich Heinen-Esser skeptisch. “Die
Verbraucher möchten, dass Tiere besser gehalten werden – aber sie
wollen oder können nicht mehr für Fleisch bezahlen”, sagte die
Ministerin. Sie studiere regelmäßig die Werbeanzeigen des
Lebensmittelhandels. “Zu den Preisen, zu denen manche Discounter
Fleisch anbieten, kann es gar nicht produziert werden”, sagte sie und
appellierte an die Verbraucher: “Haben Sie ein Auge darauf, zu
welchen Preisen Sie einkaufen. Sechs marinierte Hähnchenschenkel für
1,99 Euro – das kann nicht funktionieren.”

Link zum Podcast (erscheint Montagmorgen): https://rp-online.de/di
gitales/podcasts/klimapaket-der-bundesregierung-was-bedeutet-es-fuer-
nrw-laendersache-podcast_aid-44666581

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