Strom wird günstiger, fossile Brennstoffe teurer / Klimapaket-Kommentar: Die Richtung stimmt, das Tempo nicht (FOTO)

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– Standpunkt von STIEBEL ELTRON zum Klimapaket
Dr. Nicholas Matten, Geschäftsführer
Dr. Kai Schiefelbein, Geschäftsführer

Das mit Spannung erwartete Klimapaket der Bundesregierung ist ein
erster – allerdings kleiner – Schritt in die richtige Richtung. Die
Grundidee, CO2-Emissionen einen Preis zu geben, ist gut. Ideal wäre
es allerdings gewesen, die Energiepreise insgesamt zu nivellieren und
gleichzeitig alle Energieträger entsprechend ihren jeweiligen
CO2-Emissionen zu bepreisen. Die Akzeptanz für eine solch einfache
Maßnahme, die die derzeitigen Steuern, Umlagen und Abgaben auf die
unterschiedlichen Energien abgelöst hätte, wäre in der Gesellschaft
sicherlich vermittelbar gewesen. Dadurch wären die Verbraucher in die
Lage versetzt worden, technologieoffene Entscheidungen treffen zu
können. Durch einen von EEG-Umlage und Stromsteuer befreiten
niedrigeren Strompreis (in dem die entsprechenden CO2-Kosten über den
europäischen Zertifikatehandel ETS seit Jahren weitestgehend
enthalten sind) wäre ein sozialer Ausgleich zu den steigenden Preisen
für fossile Brennstoffe gegeben.

Gleichzeitig würde sich automatisch eine kurzfristige
Lenkungswirkung hin zu Technologien ergeben, die bei der Anwendung
weniger CO2 ausstoßen. Tatsächlich ist es aktuell so – daran ändern
auch die ab 2021 angedachten anfänglich 10 Euro pro Tonne CO2 nichts
-, dass Verbraucher in die Nutzung fossiler Brennstoffe getrieben
werden, weil strombasierte Lösungen, die unbestritten CO2 einsparen,
wegen der Belastung des Strompreises durch Steuern, Umlagen und
Konzessionsabgaben weniger wirtschaftlich sind.

Das angekündigte Abschmelzen der staatlichen
Strompreisbestandteile ist grundsätzlich eine gute Idee. Die
vorgeschlagenen 0,25 Eurocent pro Kilowattstunde ab 2021, 0,50
Eurocent ab 2022 und 0,625 Eurocent ab 2023 sind allerdings zu
niedrig. Hier gilt es, noch vor der Verabschiedung der Maßnahmen
durch Bundestag und -rat nachzubessern. Denn die
Stromerzeugungskosten sind derzeit so niedrig wie niemals zuvor, der
Strom durch Abgaben, Umlagen und Steuern aber so teuer, dass deutsche
Verbraucher im europäischen Vergleich die höchsten Preise bezahlen
müssen. Seit 2005 hat die Politik den Preisabstand von Strom im
Vergleich zu Erdöl und Gas mehr als verdreifacht. Heute lasten auf
jeder Kilowattstunde Strom 17 Eurocent zusätzliche Abgaben – auf
einer Kilowattstunde Erdgas dagegen nur 3 Eurocent.

Ohne die künstliche Stromverteuerung und bei Berücksichtigung
eines deutlich höheren und damit tatsächlich wirksamen CO2-Preises
für fossile Brennstoffe wären alternative Techniken in allen Sektoren
ab sofort wettbewerbsfähiger. Die im Klimaschutzprogramm festgelegte
Mechanik, zusätzliche Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung im
Non-ETS-Bereich für eine Senkung der Belastung beim Strom zu nutzen,
ist daher richtig. Umso wichtiger ist die schon angesprochene
Nachjustierung beim CO2-Zertifikatepreis.

Insbesondere für den Wärmemarkt gilt zudem, dass die deutsche
Heizungsindustrie eine europäische Führungsrolle bekleidet. Der
Reifegrad von Wärmepumpentechnologie ´Made in Germany´ befindet sich
im europäischen Vergleich auf einem Spitzenplatz. Es bedarf weiterhin
eines starken Heimatmarktes, denn hier machen die Hersteller durch
das enge Zusammenspiel mit dem Fachhandwerk wichtige Erfahrungen und
entwickeln neue Innovationen. Das ist die Basis dafür, dass die
deutsche Heizungsindustrie ihre Markterfahrung im internationalen
Wettbewerb auch zukünftig ausspielen kann, um damit im Inland
qualifizierte und zukunftssichere Arbeitsplätze zu erhalten und
auszubauen. Dafür sind entsprechende Rahmenbedingungen der Politik
gefragt, die sowohl dem Bürger als auch den Herstellern Planungs- und
Investitionssicherheit geben.

Die vorgeschlagene Austauschprämie für alte Öl- und Gaskessel ist
ein gutes Instrument zur Erhöhung der Austauschrate alter Heizungen.
Gleiches gilt für die angekündigte steuerliche Abschreibemöglichkeit
energetischer Sanierungsmaßnahmen – auch hier muss als Maßstab die
jeweilige CO2-Einsparung angesetzt werden. Sowohl die Austauschprämie
als auch die steuerliche Abschreibung von Sanierungsmaßnahmen sind
geeignet, Wärmeerzeuger wie die Wärmepumpe, die überwiegend
erneuerbare Energien nutzen, in den Sanierungsmarkt zu bringen.

Fazit: Das Klimapaket ist ein erster Schritt in die richtige
Richtung. Faire Preise inklusive CO2-Kosten für alle Energieträger
sind damit zwar noch nicht gegeben, aber ein Anfang ist gemacht. Wird
die Mechanik wie vorgeschlagen umgesetzt, sollte entweder der
CO2-Preis schneller ansteigen oder der Einstiegspreis deutlich höher
angesetzt werden. Die zusätzlichen Einnahmen würden dann automatisch
dafür eingesetzt, den Strompreis abzusenken.

Über Stiebel Eltron

Stiebel Eltron, gegründet 1924, gehört mit einem Jahresumsatz von
rund 550 Millionen Euro zu den führenden Unternehmen auf dem Markt
der Erneuerbaren Energien, Wärme- und Haustechnik.

Als innovationsgetriebenes Familienunternehmen verfolgt Stiebel
Eltron bei der Produktion und Entwicklung von Produkten eine klare
Linie – für eine umweltschonende, effiziente und komfortable
Haustechnik. Mit über 3.700 Mitarbeitern weltweit setzt das
Unternehmen von der Produktentwicklung bis zur Fertigung konsequent
auf eigenes Know-how. Das Resultat sind effiziente und innovative
Lösungen für Warmwasser, Wärme, Lüftung und Kühlung. Stiebel Eltron
produziert am Hauptstandort im niedersächsischen Holzminden, in
Eschwege sowie an vier weiteren Standorten im Ausland (Arvika /
Schweden, Tianjin / China, Ayuttaya / Thailand, Poprad / Slowakei).

Pressekontakt:
Redakteur: Henning Schulz
Telefon +49 (0) 55 31 / 702 – 95 685
Mail: henning.schulz@stiebel-eltron.de
Internet www.stiebel-eltron.de

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