Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu gefährdeten Kindern

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Die Zahlen alarmieren: 54.000 Fälle von
möglicher Kindeswohlgefährdung haben die Jugendämter im vergangenen
Jahr bearbeitet, zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Doch so paradox
es erscheinen mag: Über diesen Anstieg muss man sich sogar freuen.
Denn er zeigt, dass die Sensibilität gestiegen ist. Schulen und
Kindergärten schauen heute genauer hin als noch vor wenigen Jahren.
Das ist lobenswert, aber noch nicht ausreichend. Dabei fehlt es
nicht einmal an gutem Willen, sondern oftmals an der notwendigen
Ausbildung. Körperliche Gewalt gegen Kinder hinterlässt sichtbare
Spuren, sexualisierte Gewalt nicht unbedingt. Noch schwerer zu
erkennen ist eine Vernachlässigung, die keine körperlichen Wunden,
aber tiefe Narben auf Kinderseelen hinterlässt. Es muss also noch
viel mehr getan werden: für Familien, die mit der Erziehung
überfordert sind, für Erzieherinnen und Lehrer, die mehr Schulungen
benötigen, und nicht zuletzt für die Kinder, die mehr
Therapiemöglichkeiten benötigen. Mit der in NRW angekündigten
Aufstockung der Jugendämter allein ist es nicht getan.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Chef vom Dienst Nachrichten
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 – 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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