Westfalen-Blatt: ein Kommentar zu vermüllten Städten

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Der öffentliche Raum wird in Städten immer mehr
zur Müllhalde. Wer sich zum Beispiel in Bielefeld die knapp 30 Euro
für die Sperrmüllabfuhr sparen will, der stellt seinen Schrott
einfach auf den Bürgersteig und klebt daran einen Zettel mit den
Worten »Zu verschenken«. Gemessen an dem Müll, der sonst noch auf den
Straßen liegt, ist dieser Trend harmlos. Die Aktion in Berlin, wo
Touristen und Einheimische zentrale Plätze von Unrat befreien, ist
gut gemeint, kann aber keine Lösung für das grundlegende Problem des
Umgangs miteinander sein. Denn darum geht es: Wer den Raum, der ihm
nicht gehört und den er mit vielen anderen teilt, in einen schlechten
Zustand versetzt, agiert rücksichtslos. Die Mentalität »Irgendwer
macht den Mist schon weg« zeugt von großer Respektlosigkeit und
fehlender Bereitschaft zu eigenverantwortlichem Handeln.
Fehlverhalten sollte bestraft werden. Aber wer soll Umweltfrevler
sanktionieren, wenn nicht kontrolliert wird? Auch das läuft unter
Staatsversagen. Eine unglaubliche Gleichgültigkeit hat sich in diesem
Land breit gemacht.

Pressekontakt:
Westfalen-Blatt
Andreas Schnadwinkel
Telefon: 0521/585-456
schnadwinkel@westfalen-blatt.de

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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