Westfalenpost: Monika Willer zur Rolle der Handschrift in der digitalenÄra

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Vor rund 50 Jahren kam es einer pädagogischen
Revolution gleich, wenn Lehrer meinten, dass es wichtiger sei, was in
ein Aufsatzheft geschrieben würde als wie. Generationen von Schülern
waren bis dahin stumpf im Schönschreiben gedrillt worden. Heute kann
jeder seine geistigen Ergüsse flugs in eine Tastatur hacken. Und
diejenigen, die am anderen Ende der Nahrungskette sitzen, merken
dann, dass da mitunter ein Filter fehlt. Mit der Hand schreiben, das
ist anstrengend, und Papier ist teuer, deshalb sollte man seine Sätze
im Kopf vorformulieren, bevor man sie niederlegt. Das setzt einen
mentalen Auswahlprozess in Gang, der die Fähigkeit zum strukturierten
Denken trainiert. Dass viele ein solches Training nötig hätten, muss
man nicht weiter ausführen. Aber Handschrift hat auch völlig ohne
derartige Umweg-Legitimationen ihre Daseinsberechtigung. Denn sie ist
ein unverwechselbarer Teil unserer Persönlichkeit, auch in den Zeiten
der digitalen Gleichmacherei. Wie berührt sind wir heute von den
Liebesbriefen, die der Opa mit herzlichster Sorgfalt an die Oma
schrieb. Und was werden wir hinterlassen?

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