ZDF-Politbarometer August 2019 / Mehrheit lehnt jede Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD ab / Bei billigeren Bahntickets: häufigere Nutzung der Bahn (FOTO)

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Vor den anstehenden Landtagswahlen in drei ostdeutschen
Bundesländern ist der Umgang mit der AfD umstritten. 58 Prozent aller
Befragten schließen sich der Forderung an, dass es keinerlei
Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD geben soll, 37
Prozent halten das für nicht richtig (Rest zu 100 Prozent hier und im
Folgenden jeweils “weiß nicht”), darunter 96 Prozent der
AfD-Anhänger. Befragte im Westen (59 Prozent) lehnen jegliche
Kooperation mit der AfD häufiger ab als Befragte im Osten (50
Prozent). Käme es nach diesen Wahlen zu einer Beteiligung der AfD an
einer Landesregierung, würden insgesamt 9 Prozent mit einer besseren
Politik rechnen, 69 Prozent würden eine schlechtere Politik erwarten.
Für 17 Prozent gäbe es da keinen großen Unterschied. Auch die meisten
Befragten im Osten (57 Prozent) rechneten in einem solchen Fall mit
schlechterer Politik (besser: 15 Prozent; kein Unterschied: 19
Prozent).

Projektion Bundestagswahl

In der parlamentarischen Sommerpause zeigt die Projektion wenig
Veränderung zur Vorumfrage: Wenn am nächsten Sonntag wirklich
Bundestagswahl wäre, käme die Union weiterhin auf 28 Prozent, die SPD
bliebe auf ihrem bisher niedrigsten Wert von 13 Prozent, und die
Grünen erreichten erneut 25 Prozent. Die AfD könnte leicht zulegen
auf 13 Prozent (plus 1), FDP und Linke hätten dagegen mit jeweils 7
Prozent geringe Verluste (jeweils minus 1). Die anderen Parteien
zusammen lägen jetzt bei 7 Prozent (plus 1). Damit hätte eine
Koalition aus CDU/CSU und Grünen weiterhin als einziges
Zweier-Bündnis eine klare Mehrheit.

SPD-Parteivorsitz und Zeitrahmen

Geteilter Meinung sind die Befragten, was die zeitlichen Abläufe
für die Neubesetzung der SPD-Parteispitze anbelangt. Nach dem
Rücktritt von Andrea Nahles vor zwei Monaten soll diese Anfang
Dezember gewählt werden: Für 41 Prozent lässt sich die SPD dafür zu
viel Zeit, für 42 Prozent ist das gerade richtig. Von den
SPD-Anhängern sehen das 40 Prozent kritisch, 54 Prozent finden es so
ganz richtig.

Top Ten: AKK rutscht auf persönlichen Tiefstwert

Neu zu den zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern zählt
nach Meinung der Befragten Ursula von der Leyen, nicht mehr dabei ist
Andrea Nahles. Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung (“Was
halten Sie von?”) liegt Angela Merkel weiterhin auf Platz eins. Auf
der Skala von +5 bis -5 wird sie mit einem Durchschnittswert von 1,5
(Juli: 1,7) jetzt etwas schlechter bewertet als zuletzt. Auf Platz
zwei folgt Robert Habeck mit 1,4 (Juli: 1,3), vor Heiko Maas mit 1,0
(Juli: 0,9) und Olaf Scholz mit 0,8 (Juli: 0,7). Jens Spahn kommt auf
0,3 (Juli: 0,4), Markus Söder verbessert sich auf 0,1 (Juli: minus
0,1), und Christian Lindner wird ebenfalls mit 0,1 (Juli: 0,2)
eingestuft. Ursula von der Leyen liegt mit minus 0,3 im
Negativbereich, genauso Annegret Kramp-Karrenbauer, die mit minus 0,4
(Juli: minus 0,1) auf ihren bisher schlechtesten Wert fällt.
Schlusslicht ist Horst Seehofer mit minus 0,6 (Juli: minus 0,5).

Fast zwei Drittel in großer Sorge wegen Klimawandel

Wenn es um die wichtigen Probleme in Deutschland geht, wird der
Klimawandel weiterhin am häufigsten genannt. 62 Prozent sagen, dass
sie sich deswegen große Sorgen machen (keine großen Sorgen: 37
Prozent). Gut ein Drittel (34 Prozent) ist aber auch der Meinung,
dass das Thema Klimawandel zurzeit zu viel Raum einnimmt, für 36
Prozent ist es so gerade richtig, und für 29 Prozent ist das Thema zu
wenig präsent, darunter für 46 Prozent der unter 30-Jährigen. Um
Bahnfahren attraktiver zu machen, gibt es den Vorschlag, auch im
Fernverkehr die Mehrwertsteuer auf Bahntickets zu senken, so wie das
im Nahverkehr schon der Fall ist. 56 Prozent der Befragten erwarten,
dass bei billigeren Tickets im Fernverkehr auch mehr Menschen Bahn
fahren werden, 41 Prozent glauben das nicht.

Die meisten fühlen sich im öffentlichen Raum sicher

80 Prozent der Befragten geben an, dass sie sich persönlich an
öffentlichen Orten und Plätzen in der Regel sicher fühlen (unsicher:
18 Prozent). Generell sind 46 Prozent der Ansicht, dass bei uns für
die Sicherheit im öffentlichen Raum zu wenig getan wird, 47 Prozent
halten das für gerade richtig, und nur 3 Prozent meinen, es wird zu
viel getan. Dabei beklagen ältere Befragte (ab 60-Jährige: 54
Prozent) deutlich häufiger Defizite im Bereich der öffentlichen
Sicherheit als jüngere (unter 35-Jährige: 34 Prozent).

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der
Zeit vom 6. bis 8. August 2019 bei 1307 zufällig ausgewählten
Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz-
als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der
Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/-
drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-
zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung der
Bundestagswahl: CDU/CSU: 29 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: 10
Prozent, FDP: 6 Prozent, Linke: 6 Prozent, Grüne: 28 Prozent.

Das nächste bundesweite Politbarometer sendet das ZDF am
Donnerstag, 5. September 2019. Am Freitag, 23. August 2019, gibt es
ein Politbarometer-Extra zu den Landtagswahlen in Sachsen und
Brandenburg.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen
Frageformulierungen: www.forschungsgruppe.de.

Ansprechpartner: Presse-Desk, Telefon: 06131 – 70-12108,
pressedesk@zdf.de

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
06131 – 70-16100, und über
https://presseportal.zdf.de/presse/politbarometer

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Pressekontakt:
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