Mittelbayerische Zeitung: Neuformierung / Kommentar zum Rückzug von Cem Özdemir und Simone Peter aus der Grünen-Führung

Das Scheitern einer Jamaika-Koalition hat für
Grünen nicht nur die Machtoption im Bund zerschlagen, sondern zieht
auch personelle Konsequenzen nach sich. Der Rückzug des
Langzeit-Vorsitzenden Cem Özdemir, der gerne Außenminister geworden
wäre, sowie jetzt auch der glück- und farblosen Simone Peter aus den
Spitzenämtern der Partei war folgerichtig und erwartet worden.
Spannend wird nun die Frage, wer die beiden – den Realo Özdemir und
die Linke Peter – bei der Neuformierung der Parteispitze beerben
wird. Der „Spitzenkandidat der Herzen“, Schleswig-Holsteins
Umweltminister Robert Habeck, dürfte gute Karten haben. Allerdings
verweigert sich der Realpolitiker dem strikten Lagerdenken der
Grünen. Und sollte Habeck gewählt werden, müsste die immer noch
praktizierte Trennung zwischen Amt und Parteivorsitz fallen. Habeck
möchte noch rund ein Jahr Minister in Kiel bleiben. Parteichef wäre
er dann gewissermaßen im Nebenjob. Mit dem ebenfalls aussichtsreichen
Sven Giegold aus dem Europaparlament stünde eine personelle
Alternative bereit, wenn er denn antreten will.

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