34. Robert Geisendörfer Preis für Hörfunk- und Fernsehproduktionen

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Mit dem Robert Geisendörfer Preis, dem
Medienpreis der Evangelischen Kirche, werden im Jahr 2017 insgesamt
sechs Produktionen ausgezeichnet. In der Kategorie „Allgemeine
Programme“ werden jeweils zwei Preise für Hörfunk- und
Fernsehsendungen, in der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls
zwei Preise vergeben. Außerdem wird der Sonderpreis der Jury 2017
verliehen.

Die Jury „Allgemeine Programme“ des Robert Geisendörfer Preises
unter Leitung des Vorsitzenden, Kirchenpräsident Dr. Dr. h. c. Volker
Jung, zeichnet folgende Produktionen aus:

Hörfunk

Schöner neuer Wahn. Eine Verschwörungstheorie Marke Eigenbau An
Christian Alt und Christian Schiffer (Autoren), Nikolai von Koslowski
(Regie) BR 2016, Redaktion: Dokumentation und Feature, verantwortl.
Redakteurin: Ulrike Ebenbeck. Koproduktion: DLF. Begründung der Jury:
Verschwörungstheorien boomen. Nach anfänglicher Leichtigkeit rückt
das aus O-Tönen komponierte Feature ihre politischen und
gesellschaftlichen Dimensionen bestürzend eindringlich in den
Vordergrund. Man erfährt alles Wichtige, was es zum
Verschwörungstheorie-Komplex zu sagen gibt.

Die meisten Afrikaner können nicht schwimmen An Holger Böhme
(Buch), Stefan Kanis (Regie), Eva Löbau und Devid Striesow
(Darsteller) MDR 2016, Redaktion: Künstlerisches Wort/Hörspiel,
verantwortl. Redakteur: Thomas Fritz. Begründung der Jury: Ein junges
Paar hat bei einer Yachttour afrikanische Flüchtlinge in Seenot
aufgenommen. Es geht um das schlechte Gewissen derjenigen, die in den
Geretteten plötzlich Verbrecher zu erkennen glauben. Dicht und
zugleich leicht inszeniert, sorgt das Hörspiel in jeder Sekunde für
Spannung, auch dank des virtuosen und realistischen Spiels seiner
Darsteller.

Fernsehen

La buena vida. Das gute Leben

An Jens Schanze (Buch und Regie), Börres Weiffenbach (Kamera)
3sat/ZDF 2016, Redaktion: Filmredaktion 3sat, verantwortl.
Redakteurin: Margrit Schreiber-Brunner. Produktion: Mascha Film,
München,Koproduktion: soap factory, Basel. Begründung der Jury: Der
Film zeigt die Konsequenzen der billigen Förderung von Kohle im
Norden Kolumbiens am Beispiel einer Dorfumsiedelung. Ein bildlich
überwältigendes Zeugnis und ein bedrückendes Exempel für die von
Großkonzernen rücksichtslos betriebene Natur- und
Lebensraumzerstörung,poetisch wie ein filmischer Essay und spannend
wie ein Wirtschaftsthriller.

Endstation Bataclan. Vom Busfahrer zum Attentäter An Alexander
Smoltczyk (Buch), Grit Lederer (Regie), Maurice Weiss (Kamera) RB
2016, Redaktion: ARTE, verantwortl. Redakteurin: Mechtild Lehning;
Produktion: Medea Film, Berlin. Begründung der Jury: Der Film
entdeckt eine andere Banlieue: indem er die Buslinie 148 abfährt und
uns dabei im doppelten Wortsinn mitnimmt. Die Kamera arrangiert
Begegnungen und Entdeckungen als fotografisch anspruchsvolle
Tableaus. Die Frage, ob sich entlang der Buslinie auch die Motive des
Attentäters erkennen lassen, lässt der Film offen.

Kinderfernsehpreis

Die Jury „Kinderprogramme“ des Robert Geisendörfer Preises
verleiht unter Leitung des Vorsitzenden, Pfarrer Bernd Merz, folgende
Preise:

Checker Tobi. Der Leben- und Sterben-Check An Birgitta Kaßeckert,
verantw. Redakteurin, Johannes Honsell (Regie) BR 2016, Redaktion:
Kinderprogramm; Produktion: megaherz, München, Koproduktion: FWU,
Grünwald. Begründung der Jury: Die Sendung aus der Reportagereihe
„Checker Tobi“ konfrontiert Kinder dank ausgezeichnet ausgewählter
Gesprächspartner auf feinfühlige und berührende Weise mit dem Thema
Sterben – und vermittelt überzeugend, dass der Tod zum Leben gehört
und das Leben überhaupt erst lebenswert macht.

Schau in meine Welt! Jons Welt

An Marco Giacopuzzi (Buch und Regie) HR 2016, Redaktion: Kinder,
Familie und Service, verantw. Redakteurin: Tanja Nadig. Begründung
der Jury: Der Sendung gelingt es, mit großer Sympathie eine
emotionale Nähe zu einem autistischen Jungen herzustellen. „Jons
Welt“ zeigt den Protagonisten als Helden seines Alltags; ein
authentisches Porträt mit intuitivem Gespür für die relevanten
Momente, das ohne große Worte auskommt.

Der Sonderpreis der Jury 2017 für exemplarische publizistische
oder künstlerische Leistungen geht an

Dr. Gabriela Sperl, Produzentin

für die Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU“ Begründung der Jury:
Ein schwierig zu fassender Komplex rechter Gewalt mit mutmaßlich zehn
Morden; die seltsame Blindheit der Ermittlungsbehörden und des
Verfassungsschutzes sowie deren gesellschaftliche Folgen; das Leid
der Opfer und ihrer zu Unrecht verdächtigten Familien – übersetzt in
drei unterschiedliche filmische Perspektiven und drei ganz
verschiedene künstlerische Herangehensweisen, zentriert auf die
Täter, die Opfer und die Ermittler. Das Ergebnis sind drei inhaltlich
wie ästhetisch hervorragende Filme, die nun den Maßstab setzen für
die fiktionale Auseinandersetzung mit diesem Thema und seine
Aufarbeitung. Ohne Gabriela Sperls Ideen, ihre Begeisterungsfähigkeit
und Durchsetzungskraft wäre die Trilogie nicht zustande gekommen und
das Fernsehen hierzulande um viele wichtige Filme ärmer. Gabriela
Sperl nimmt die Auszeichnung persönlich in Empfang. Christian
Schwochow, Regisseur, wird die Laudatio halten.

Preisverleihung 2017

Die feierliche Verleihung des Medienpreises der Evangelischen
Kirche findet am 10. Oktober 2017 in Kooperation mit dem Bayerischen
Rundfunk in München statt. Dabei begründen die beiden Jurys ihre
Entscheidungen. Die ausgezeichneten Programme werden in Ausschnitten
vorgeführt. Moderiert wird die Preisverleihung von Ursula Ott,
Chefredakteurin von chrismon.

Mit dem Robert Geisendörfer Preis werden jährlich in der Kategorie
„Allgemeine Programme“ zwei Fernseh- und zwei Hörfunkproduktionen
ausgezeichnet. In der Kategorie „Kinderprogramme“ werden ebenfalls
zwei Preise vergeben. Der Kinderfernsehpreis wird von der Wolfgang
und Gerda Mann Stiftung – Medien für Kinder und der Evangelischen
Akademie Tutzing gestiftet. An dem Wettbewerb beteiligen sich
öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter. Ausgezeichnet
werden Sendungen aus allen Programmsparten, die das persönliche und
soziale Verantwortungsbewusstsein stärken, zum guten Miteinander von
Einzelnen, Gruppen, Völkern und zur gegenseitigen Achtung der
Geschlechter beitragen. Darüber hinaus vergibt die Jury „Allgemeine
Programme“ einen Sonderpreis für exemplarische publizistische oder
künstlerische Leistungen.

Die Preise sind insgesamt mit 30.000 Euro dotiert, der Sonderpreis
ist undotiert.

Weitere Informationen zum Robert Geisendörfer Preis finden Sie
unter: www.geisendoerfer-preis.de

Über eine Berichterstattung würden wir uns freuen und möchten Sie
bitten, ein Belegexemplar an die EKD zu schicken.

Hannover, 20. September 2017

Pressestelle der EKD

Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 – 2796 – 269
E-Mail: presse@ekd.de

Original-Content von: EKD Evangelische Kirche in Deutschland, übermittelt durch news aktuell

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