NOZ: Patientenschützer gegen Ärztekammer-Vorstoß: Behandlung per Internet keine Lösung für alte Patienten

Patientenschützer gegen Ärztekammer-Vorstoß:
Behandlung per Internet keine Lösung für alte Patienten

Brysch: Ärztefunktionäre noch nie weiter weg von Nöten alter
Menschen

Osnabrück. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisiert
Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery scharf. „Noch nie
waren Ärztefunktionäre weiter weg von den Nöten der alten,
pflegebedürftigen und schwerstkranken Menschen“, sagte
Stiftungsvorstand Eugen Brysch im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Dienstag). Montgomery hatte Terminservicestellen kritisiert
und sich für eine Online-Behandlung ausgesprochen. Brysch sagte zum
Beginn des Deutschen Ärztetages am Dienstag in Erfurt dazu: „Es
finden sich kaum noch Mediziner, die ins Haus kommen. Stattdessen
soll es jetzt die Fernbehandlung am Computer richten.“ Für die
meisten alten Patienten werde das nicht zu Verbesserungen führen.
„Wenn ihnen die Kraft zum Arztbesuch fehlt, drohen sie so noch mehr
abgehängt zu werden.“ Der Vorstand der Deutschen Stiftung
Patientenschutz kritisierte: „Nun wird Front gegen die Verbesserung
der Terminservicestellen gemacht. Die Ärztevertreter sollten sich
endlich wieder an ihre Ethik erinnern. Der Patient muss im
Mittelpunkt stehen und nicht das Geld.“

Brysch forderte, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen. Der
Fall zweier Hausärzte aus Hessen sei ein guter Beleg dafür. Die
beiden Mediziner sollen einen hohen fünfstelligen Betrag
zurückzahlen, weil sie angeblich zu viele Hausbesuche abgerechnet
hätten. „Es ist absurd, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen zu
viele Hausbesuche mit Honorarkürzungen bestrafen. Dazu muss der
Ärztetag Position beziehen“, forderte Brysch.

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