Daniel Günther im stern-Interview: CDU-Ministerpräsident sieht Union in der Pflicht, AfD zu stoppen

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Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident
Daniel Günther (CDU) hat die Reaktionen auf die Umfrageerfolge der
AfD kritisiert. In einem Interview mit dem Magazin stern sagte der
Politiker: „Es ist ein absoluter Trugschluss, zu glauben, man könne
mit lauten, plakativen Äußerungen Populisten kleinkriegen.“ Den
Lautstärkewettbewerb mit der AfD könne „die Union definitiv nicht
gewinnen. Dieser Weg ist vollkommen falsch.“ CDU und CSU sollten sich
vom Rechtspopulismus klar abgrenzen. „Es ist unsere Aufgabe als
Union, die AfD wieder unter fünf Prozent zu drücken“, sagte Günther,
„wer das bisher nicht erkannt hat, muss sich spätestens jetzt, nach
Chemnitz, der Verantwortung stellen.“ Zuletzt hatte CSU-Chef Horst
Seehofer die Migrationsfrage als „“Mutter aller Probleme“ bezeichnet.

Schon im Asylstreit zwischen CSU und CDU im Sommer hatte Günther
davor gewarnt, dass die Auseinandersetzung ein Konjunkturprogramm für
die Rechten sei. In dieser Einschätzung sehe er sich leider
bestätigt. „Es war genau der Politikstil, den ich für vollkommen
falsch halte“, sagte Günther, „Themen hochzuziehen, ohne eine Lösung
anbieten zu können“. Man dürfe nicht der Versuchung erliegen, „dass
Menschen Vertrauen zu Politikern haben, die nur über die Probleme
reden.“

Der CDU-Politiker unterstützte abermals den Asylkurs von Kanzlerin
Angela Merkel, kritisierte aber die Kommunikation dazu. Die
grundlegende Veränderung der Flüchtlingspolitik nach dem September
2015 sei richtig gewesen. „Es wäre gut gewesen, wenn man diese
Kurskorrektur den Leuten auch erklärt hätte“, sagte der
Ministerpräsident. So sei heute der Eindruck entstanden: „Seit 2015
hat sich gar nichts verändert. Das stimmt aber nicht. Es ist
wahnsinnig viel korrigiert worden.“ Und die gesunkene Zahl an
Flüchtlingen habe einzig und allein damit zu tun.

Günther, der zum erweiterten Kreis möglicher Merkel-Nachfolger
gezählt wird, will mindestens bis zur Landtagswahl 2022
Schleswig-Holstein treu bleiben. „Für diese Wahlperiode will ich
Ministerpräsident bleiben“, sagte der Politiker dem sern, „und dann
will ich wieder antreten.“ Die Union sei für die Zeit nach Merkel
„gut vorbereitet“. Der CDU-Politiker wörtlich: „Besser vorbereitet
muss man nicht sein, denn: Die Zeit nach Merkel beginnt erst nach
Merkel.“

Der Ministerpräsident, der jüngst das Wacken-Festival besucht
hatte, spricht im stern-Interview auch über seine Leidenschaft für
Heavy-Metal-Musik. Günther ist ein Fan der britischen Gruppe Judas
Priest. Sein Lieblingssong ist das düstere Lied „Painkiller“. In dem
heißt es etwa: „Schneller als eine Kugel, erschreckender Schrei,
wütend und voller Wut“. Günther dazu: „Ich mag die Riffs. Den Text
sollte man lieber nicht übersetzen.“

Diese Vorabmeldung ist nur mit der Quellenangabe stern zur
Veröffentlichung frei.

Pressekontakt:
Sabine Grüngreiff, Gruner + Jahr Unternehmenskommunikation,
Telefon 040 – 3703 2468

Original-Content von: Gruner+Jahr, STERN, übermittelt durch news aktuell

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