„Die Rettung von Menschenleben ist kein Verbrechen.“ / Kommentar von Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“ (FOTO)

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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet Artikel 1 der
gemeinsamen Werte der EU-Mitgliedsstaaten. Dass ein Rettungsschiff
mit hunderten Flüchtlingen tagelang auf dem Mittelmeer ausharrt oder
Schiffe festgesetzt werden und viele europäische Regierungen davor
die Augen verschließen, widerspricht dem zutiefst.

Seit 2014 sind UN-Angaben zufolge 16.346 Menschen im Mittelmeer
gestorben oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer der Ertrunkenen
ist hoch – und ohne die zivile Seenotrettung wären es noch mehr. Die
Hilfsorganisationen retten Menschenleben – Tag für Tag und trotz
aller Gefahren auf See für das Leben und die Gesundheit der Helfer.
Doch nun stehen sie in der Kritik. Sie müssen sich für ihren Einsatz
für geflüchtete und vertriebene Menschen rechtfertigen. Die Rettung
von Menschenleben ist kein Verbrechen, sondern erste humanitäre
Pflicht. Die Rettungsschiffe der Hilfsorganisationen handeln dabei
nach der – international anerkannten – UN-Seerechtskonvention, die
besagt, dass Schiffsbrüchige gerettet und in den nächsten sicheren
Hafen gebracht werden müssen.

Dazu passen die Aussagen in der Charta der Grundrechte der
Europäischen Union „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben“ (Artikel 2)
und „Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche und geistige
Unversehrtheit“ (Artikel 3). Diplomaten berichten, dass in Libyens
Flüchtlingslagern unmenschliche Zustände herrschen und Libyen derzeit
kein sicherer Hafen für Flüchtlinge ist. Flüchtlinge, alte und junge
Menschen, egal welcher Hautfarbe, haben das Recht auf Unversehrtheit,
Sicherheit und eine menschenwürdige Unterbringung. Wollen wir uns als
Europäer*innen nicht an unseren gemeinsamen Werten und daraus
abgeleiteten Taten messen lassen? Die Werte Europas – Menschlichkeit
und Solidarität – müssen Grundlage politischen Handelns sein.

Wir fordern:

– Die Abschottung Europas ist keine Lösung. Wir fordern faire
Asylverfahren und sichere, legale Wege nach Europa.
– Die zivile Seenotrettung darf nicht kriminalisiert oder
eingeschränkt werden. Menschen aus Lebensgefahr zu retten, ist
unsere Pflicht als Menschen.
– Die zivile Seenotrettung muss ausgeweitet und proaktive Such-
und Rettungsmechanismen der europäischen Staaten etabliert
werden.

Lösungen kann es nur auf europäischer und globaler Ebene geben.
Diese Lösungen zu liefern, ist Aufgabe der Politik. Im Fokus dieser
Lösungen muss stehen, das Leben von Menschen zu retten und das
Sterben im Mittelmeer zu beenden. Und es müssen menschenwürdige
Lösungen sein. Alles andere ist eine Schande für Europa.

Kurzprofil Aktion Deutschland Hilft e.V.

„Aktion Deutschland Hilft“ ist das 2001 gegründete Bündnis von
deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre
Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Die
beteiligten Organisationen führen ihre langjährige Erfahrung in der
humanitären Hilfe zusammen, um so die bisherige erfolgreiche Arbeit
weiter zu optimieren. Unter einem gemeinsamen Spendenkonto bei der
Bank für Sozialwirtschaft Köln ruft das vom Deutschen Zentralinstitut
für soziale Fragen (DZI) geprüfte und vom Deutschen Spendenrat
zertifizierte Bündnis zu solidarischem Handeln und Helfen im
Katastrophenfall auf www.aktion-deutschland-hilft.de

Pressekontakt:
Aktion Deutschland Hilft e.V.
Tel.: 0228/ 242 92 – 222
Fax: 0228/ 242 92 – 199
E-Mail: presse@aktion-deutschland-hilft.de

Original-Content von: Aktion Deutschland Hilft e.V., übermittelt durch news aktuell

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