Frankfurter Rundschau: Kommentar zum Putin-Auftritt in Mailand

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Putin ließ, wie es sich für einen Souverän
geziemt, ein paar Stunden auf sich warten. Den ersten Punkt hatte er
damit schon gemacht, bevor er an der langen Tafel zum Dinner Platz
nahm. Erst als ihm der Stuhl zurechtgerückt wird, kann der Gipfel
wirklich beginnen. Putins Auftritt ist wohlkalkuliert. Das russische
Staatsfernsehen wird ihn aus der vorteilhaftesten Perspektive
eingefangen haben. Das Schauspiel kann einen ärgern, sollte es aber
nicht. Bevor der Vorhang fällt, wird Europa Putin noch reichlich
Gelegenheit bieten, sich zu produzieren. Es gibt keine andere Option
als das Gespräch mit ihm. Bilateral findet es auf absehbare Zeit
nicht statt. Es bleibt also nur das Treffen am Rande eines großen
internationalen Gipfels – und Putins Dramaturgen werden es auch
künftig verstehen, den Rand zum eigentlichen Zentrum zu erklären.

Pressekontakt:
Frankfurter Rundschau
Kira Frenk
Telefon: 069/2199-3386

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