Jens Spahn: Härtere Maßnahmen und Lockdown beim Einzelhandel denkbar, wenn Infektionszahlen bis Weihnachten nicht sinken

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Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich angesichts weiterhin hoher Infektionszahlen für eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen zur Kontaktverminderung aus, sollten die Inzidenzzahlen nicht zeitnah sinken. „Der Ansatz, kurz und umfassender, um wirklich einen Unterschied zu machen, ist wahrscheinlich der erfolgreichere. Wenn wir nicht hinkommen mit der Entwicklung der nächsten ein, zwei Wochen bis Weihnachten, dann müssen wir das diskutieren“, so der Gesundheitsminister bei phoenix (Montag, 7. Dezember). Härtere Maßnahmen für einen kürzeren Zeitraum würden auch eher von den Bürgern verstanden, „als eine Seitwärtsbewegung der Infektionszahlen mit wahnsinnig viel Ermüdung“. Nicht ausschließen mochte Spahn einen erneuten Lockdown im Einzelhandel. „Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen.“ Auch künftig würden die Bundesländer individuelle Konzepte verfolgen, was er aufgrund unterschiedlicher Inzidenzzahlen auch für richtig halte. „Wir müssen in Sachsen andere Maßnahmen ergreifen als in Schleswig-Holstein, wenn das ganze Akzeptanz behalten soll.“

Angesichts beginnender Diskussionen über die Reihenfolge bei der Impfung gegen das Coronavirus mahnte Spahn, dass bei aller notwendigen Debatte die Freude darüber, jetzt ein Mittel gegen das Virus zu besitzen, nicht zu kurz kommen dürfe. „Dass wir jetzt einen Impfstoff haben, ist eine Riesen-Errungenschaft. Ich bin stolz darauf, dass der erste Test weltweit in Deutschland entwickelt wurde und der erste Impfstoff auch. Das spricht für dieses Land und seine Stärken.“

Spahn machte hinsichtlich der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden deutlich, dass er weiterhin für das Team mit dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet stehe. „Laschet und ich haben uns bewusst für dieses Team entschieden, weil wir unterschiedliche Perspektiven, Blickwinkel, Biografien und Erfahrungen mitbringen“, sah Spahn die Zusammenarbeit als befruchtend an. Allerdings bleibt Spahn selbstbewusst und setzt auf die Zukunft. Auf die Frage, ob er sich jedes politische Amt in Deutschland zutraue, antwortete er mit einem kurzen und klaren „Ja“.

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