junge Welt: NATO-Terror in Luxemburg:»Ex-Premier Santer hat gelogen«

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In Luxemburg werden in den kommenden Wochen
prominente Politiker im »Bombenleger«-Prozeß aussagen müssen. Wie
jetzt herauskam, waren der frühere Premier Jacques Santer und sein
Nachfolger Jean-Claude Juncker über die Beteiligung von »Stay
behind«-Truppen der NATO bei den Anschlägen auf Strommasten in den
80er Jahren informiert. »Als die Geheimarmee in Luxemburg 1990
aufflog, war Santer Premier«, erinnert der Schweizer
Terrorismus-Experte Daniele Ganser im Gespräch mit der in Berlin
erscheinenden Tageszeitung »junge Welt« (Samstagausgabe). »Vor dem
Parlament sagte er damals, er sei überrascht, daß es diese
Geheimarmee auch in Luxemburg gab, er habe nichts darüber gewußt.«
Jetzt, 23 Jahre später, seien während des »Bombenleger«-Prozesses
Dokumente aufgetaucht, die bewiesen, daß Santer sehr wohl über die
Existenz der Geheimarmee informiert gewesen sei. »Er hat also 1990
gelogen«, so Ganser gegenüber »junge Welt«.

Während die Presse in Luxemburg ausführlich über das
»Jahrhundertverfahren« berichtet, wird der Terrorprozeß hierzulande
medial weitgehend ignoriert. »Fragen zum CIA-Terrorismus sind in
Deutschland tabu«, konstatiert dazu Ganser. Wer sie aufwerfe, werde
als »Verschwörungstheoretiker« diffamiert. »Das ist ein Kampfwort, es
heißt nicht anderes als: –Bis hierhin darfst du denken und sprechen.
Aber keinen Schritt weiter!–«

Dr. Daniele Ganser leitet das Swiss Institute for Peace and Energy
Research (SIPER) in Basel. Er hat das Standardwerk »NATO-Geheimarmeen
in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung« (Orell
Fuessli-Verlag) verfaßt.

Pressekontakt:
junge Welt
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Telefon: 030 / 53 63 55-0
redaktion@jungewelt.de

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