Kölner Stadt-Anzeiger: Evangelische Kirche verstärkt Kritik an der Flüchtlingspolitik – Rheinischer Präses Rekowski: Unsere Gesellschaft kann noch mehr Flüchtlinge aufnehmen

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Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland,
Manfred Rekowski, hat die Kritik des Kölner Erzbischofs, Kardinal
Rainer Woelki, an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf
Europa ausgeweitet. „Eine Politik der Abschottung und Ausgrenzung ist
weder aus humanitärer noch aus menschenrechtlicher oder politischer
Sicht eine Lösung“, sagte Rekowski dem „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Samstag-Ausgabe). Nächstenliebe kenne keine Grenzen. Rekowski
forderte ein gerechtes System für die Verteilung von Flüchtlingen und
zugleich mehr Offenheit, besonders beim umstrittenen Thema
Familiennachzug. Anerkannte Asylbewerber hätten das Recht auf
Familienzusammenführung mit Ehe- oder Lebenspartner und
minderjährigen Kindern. Integration gelinge am besten mit der
Familie. „Und unsere Gesellschaft ist in der Lage, noch mehr
Flüchtlinge aufzunehmen“, betonte Rekowski, gab aber auch zu
bedenken, dass diese Politik letztlich auch von der Bevölkerung
getragen sein müsse. Zuvor hatte Kardinal Woelki der Bundesregierung
einen unmenschlichen Umgang mit Flüchtlingen vorgeworfen und auch
das EU-Türkei-Abkommen scharf verurteilt. Politiker von Union und SPD
würdigten zwar Woelkis Einsatz für christliche Werte, betonten aber
auch die Notwendigkeit klarer Regeln für die Aufnahme von Migranten.
Das EU-Türkei-Abkommen habe das massenhafte Sterben im Mittelmeer
eindämmen können, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte
der Zeitung. Er sprach von einer Entscheidung „aus humanitären
Gründen“. Wie Hirte, betonte auch seine Kollegin Gisela Manderla,
eine Steuerung der Migration sei Voraussetzung für „harmonische
Integration“. SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich sagte dem „Kölner
Stadt-Anzeiger“, es sei „beschämend“, dass EU-Mitglieder wie Ungarn
oder Polen eine solidarische Flüchtlingspolitik verhinderten.
Mützenich verwies zudem auf den Ruf der SPD nach einem
Einwanderungsgesetz.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
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