Kölner Stadt-Anzeiger: Mevlüde Genç sagt Ehrung für deutsch-türkische Verständigung ab – Verein spricht von Druck türkischer Nationalisten

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Köln. Mevlüde Genç, die gemeinsam mit dem
Kabarettisten Fatih Cevikkollu von NRW-Ministerpräsident Armin
Laschet für ihre Verdienste um die deutsch-türkische Verständigung
ausgezeichnet werden sollte, hat ihre Zusage zur Preisverleihung in
der Düsseldorfer Kunsthalle überraschend zurückgezogen und damit für
einen Eklat gesorgt. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“
(Dienstag-Ausgabe). Die türkische regierungsnahe Zeitung „Sabah“
berichtet, Genç wolle nicht gemeinsam mit dem „Türkeifeind“
Cevikkollu geehrt werden. Der türkisch-deutsche Studierenden- und
Akademiker-Verein „TD Plattform“, der den Preis vergibt, spricht
hingegen von Diffamierung. Genç, die sich nach dem Brandanschlag von
Solingen, bei dem sie einen großen Teil ihrer Familie verlor, für
Versöhnung und den Dialog stark gemacht hat, sei zur Absage gedrängt
worden. Es ist von Anrufen türkisch-nationalistischer Kräfte die
Rede. Weil Genç gesundheitlich angeschlagen sei und nicht weiter
zwischen den Fronten habe zerrieben werden wollen, habe sie sich dem
Druck schließlich gebeugt, heißt es aus dem Umfeld des Vereins, der
die Verleihung offiziell aus „organisatorischen Gründen“ abgesagt
hatte, weil man sich nun zunächst um einen zweiten Preisträger
kümmern müsse.

„Was hier gerade passiert ist unvorstellbar. Dass man diese Frau,
die immer unpolitisch war und sich für ein friedliches Miteinander
eingesetzt hat, zum politischen Instrument macht, ist schlimm. Das
Ganze ist eine einzige Katastrophe“, sagt ein Vorstandsmitglied, das
ungenannt bleiben möchte. Cem Özdemir, der wie Armin Laschet im
Beirat des Vereins sitzt, wäre über eine Einflussnahme türkischer
Nationalisten nicht verwundert: „Ankara versucht den Zwist in die
deutsche Gesellschaft hineinzutragen. Das ist sehr bedauerlich.“
Cevikkollu kommentierte die Absage wie folgt: „Ich bin sehr sehr
traurig. Ich habe großen Respekt vor ihr. Was die »Sabah« schreibt,
ist für mich nicht wichtig.“

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
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Telefon: 0221 224 2080

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