Kommentar Bauernproteste: Politisch lenken, individuell handeln

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n der Debatte über die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen den
Klimawandel gibt es zwei Lager: Während eher liberale Stimmen die Macht des
Verbrauchers betonen, sehen viele Linke die Politik in der Pflicht. Getreu der
Devise, dass im Kapitalismus der Einzelne nichts ausrichten könne. Die unbequeme
Wahrheit ist: Es braucht eine Synthese beider Ansätze.

Wer fordert, dass der Konsument an der Supermarktkasse entscheidet, ob in
Zukunft die konventionelle oder doch die nachhaltige Landwirtschaft den
Agrarsektor dominiert, macht es sich zu leicht. Es braucht politische
Lenkungsmaßnahmen, die den wahren Preis der Massentierhaltung und vieler anderer
Dumpinglebensmittel offenlegen. Warum nicht mit den Milliarden aus dem
EU-Agrarhaushalt künftig nur noch jene Bauern subventionieren, die biologisch
wirtschaften? Warum nicht die Mehrwertsteuer auf tierische Produkte erhöhen,
weil diese maßgeblich für die Emissionen der Landwirtschaft verantwortlich sind,
und parallel dazu die Steuern auf pflanzliche Produkte senken? Warum nicht
Kunstdünger stärker besteuern und die Einnahmen dazu nutzen, dass Bioprodukte
für alle erschwinglich werden?

Während die Politik handelt, muss sich jeder Einzelne fragen, ob er seinen
Fleischkonsum nicht auch ohne Julia Klöckners Hilfe reduzieren kann. Dazu
braucht es keine Gesetze, sondern schlicht Einsicht in die Notwendigkeit.

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