Mehr als 1.000 getötete Helfer in drei Jahren: Caritas fordert Konsequenzen / Tödliche Vorfälle im weltweiten Caritas-Netzwerk zeigen wachsende Gefahren für humanitäre Hilfe

In den vergangenen drei Jahren wurden weltweit 1.034 humanitäre Helferinnen und Helfer getötet – statistisch fast jeden Tag ein Mensch. Gleichzeitig ist die Zahl schwerer Sicherheitsvorfälle gegen Hilfsorganisationen deutlich gestiegen; darunter befinden sich immer öfter auch Helfer von Caritas und ihren Partnern. Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August fordert Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, deshalb besseren Schutz für Hilfskräfte.

Ende Juli starb eine Caritas-Mitabreiterin bei einem russischen Raketenangriff in der Ukraine. Im Sudan wurden im Juni ein Mitarbeiter eines lokalen Caritas-Partners und ein katholischer Priester bei einem bewaffneten Überfall auf ein Lagerhaus getötet. Im Südlibanon geriet wenige Tage zuvor ein Caritas-Hilfskonvoi zwischen die Fronten.

„Wenn Helfende getötet, Lager geplündert und Hilfskonvois angegriffen werden, dürfen wir das nicht als unvermeidbare Begleiterscheinung hinnehmen. Wer Helfer angreift, trifft nicht nur einzelne Menschen. Er nimmt Kranken, Kindern und Familien die Hilfe, auf die sie angewiesen sind“, so Oliver Müller, Leiter von Caritas international.

Die Zahl der Angriffe auf humanitäre Helferinnen und Helfer hat in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen. Nach Angaben der Aid Worker Security Database wurden 2025 weltweit 350 Helfer getötet. Erst 2024 war mit 387 Todesopfern ein historischer Höchststand erreicht worden. Zusammen mit den 297 Getöteten des Jahres 2023 ergibt sich eine erschütternde Bilanz: Innerhalb von nur drei Jahren kamen mehr als 1.000 Helfer ums Leben.

„Humanitäres Völkerrecht ist keine unverbindliche Empfehlung“, so Oliver Müller und fordert: „Zivile Einrichtungen, Hilfslager, Krankenhäuser und humanitäre Transporte müssen geschützt werden.“ Caritas international fordert die Bundesregierung und die EU auf, den Schutz humanitärer Helfer in internationalen Gesprächen konsequenter einzufordern und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht nicht folgenlos zu lassen.

Der Welttag der humanitären Hilfe am 19. August erinnert an die getöteten Helferinnen und Helfer und macht zugleich auf die Gefahren aufmerksam, denen humanitäre Kräfte weltweit ausgesetzt sind. Caritas international fordert deshalb einen wirksameren Schutz aller Menschen, die Hilfe leisten und Hilfe benötigen.

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