Mitteldeutsche Zeitung: Sachsen-Anhalt AOK warnt Erzieherinnen vor unterlassener Hilfeleistung

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Die AOK Sachsen-Anhalt fordert Erzieherinnen in den
Kitas auf, lebensrettende Medikamente „auf jeden Fall“ zu
verabreichen und gegebenenfalls auch Verbote des Arbeitgebers zu
ignorieren. Die Kasse reagiert auf eine Entscheidung der Stadt
Landsberg (Saalekreis). Diese hat ihr Kita-Personal angewiesen, wegen
des Haftungsrisikos keine Arzneimittel mehr zu verabreichen. „Die
Gesundheit und das Wohlergehen der Kinder sollten immer an erster
Stelle stehen“, sagte AOK-Sprecherin Anna-Kristina Mahler der MZ
(Freitagausgabe). „Stirbt ein Kind, weil Erzieher ein
Notfallmedikament nicht verabreichen, wäre das schrecklich.“

Die AOK rät daher, Vorschriften des Arbeitgebers im Notfall zu
ignorieren. Jede Hilfe sei besser als keine, bei einem Fehler werde
Lebensrettern kein Vorwurf gemacht. „Möglicherweise verletzen sie
dabei zwar eine Dienstanweisung. Doch eine unterlassene Hilfeleistung
wiegt viel schwerer, das ist eine Straftat“, sagte Mahler. Die Stadt
Landsberg wollte sich am Donnerstag auf MZ-Anfrage nicht äußern.

Pressekontakt:
Mitteldeutsche Zeitung
Hartmut Augustin
Telefon: 0345 565 4200
hartmut.augustin@mz-web.de

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