Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Feuer im Asylbewerberheim Tröglitzer Lehren THOMAS SEIM

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Menschen sind nicht zu schaden gekommen bei dem
Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Tröglitz, das
Asylberwerbern in unserem Land Schutz vor Krieg, Leid und Verfolgung
bieten sollte. Dafür darf man dankbar sein. Vermutlich trifft es den
Kern der Wahrheit, wenn die Politik in Bund, Ländern und Gemeinden
sich nun erneut empört über die aller Wahrscheinlichkeit nach
rechtsradikale, von Ausländerfeindlichkeit getragene Bereitschaft zur
Gewalt. Deshalb ist es gut, dass hier die Genannten einträchtig und
massiv dagegen vorgehen wollen. Es ist unerträglich und
anti-demokratisch, wenn mit der Bedrohung von Amtsträgern und deren
Familien der Versuch unternommen wird, die Hoheit der Stammtische zu
einer Hoheit über die politischen Entscheidungen zu machen. Richtig
allerdings ist auch, dass wir in den vergangenen zwölfeinhalb Jahren
seit den Ereignissen von Rostock-Lichtenhagen nicht wesentlich voran
gekommen sind bei der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern.
Das hat auch zu tun mit nachlassendem Interesse von Politik und
Öffentlichkeit für die Sorgen und Nöte der Menschen in Städten wie
Tröglitz. Das alte Zitat von Gustav Heinemann ist so gültig wie eh
und je: Wer auf andere mit dem ausgestreckten Zeigefinger zeigt, der
deutet mit drei Fingern seiner Hand auf sich selbst. Es bleibt viel
zu tun für alle, die sich über die Vorgänge in Tröglitz empören –
mehr als nur die Verfolgung von rechtsradikalen Straftätern

Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de

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