neues deutschland: Kommentar zu Boni in Krisenunternehmen

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Elogen auf die Helden unserer Tage, Erstaunen über systemrelevante Berufe, die man offenbar bisher gar nicht bemerkt hat – das Lob von Politikern für Leute, die jetzt tun, was sie immer tun, nämlich ihrer meist unterbezahlten Arbeit nachzugehen, wirkt fast peinlich. Und wie sich zeigt, ist es auch verlogen. Denn der Bundestag konnte sich mehrheitlich nicht dazu durchringen, dem Vorschlag zu folgen, jenen hochgelobten Menschen einen Risikozuschlag zukommen zu lassen. Obwohl der Heldenmut, sich immer wieder in einen Job ohne entsprechende gesellschaftliche Anerkennung zu stürzen, in diesen Tagen durch ein erhöhtes Gesundheitsrisiko wirklich herausgefordert ist. Er ist aller Ehren und vor allem: eine ordentliche Bezahlung wert. Verlogen ist das folgenlose Lob vor allem aber auch, wenn man es am Agieren derselben beeindruckten Politiker beim Ausgestalten des Wirtschaftskrisenfonds misst. Noch aus der Finanzkrise ist der bittere Nachgeschmack allgegenwärtig, dass Krisenbanken mit Steuergeldern gerettet wurden, die die Krise erst herbeigeführt hatten, ohne Rücksicht auf kriminelle Machenschaften. Nun geht es um die produzierende Wirtschaft. Niemand kann etwas gegen staatliche Rettungsschirme haben. Und doch scheint der Geist unvermindert am Werk, der die Lasten regelmäßig nach unten verteilt und die Gewinne oben zu retten versucht – ein durchaus systemrelevanter Makel.

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