neues deutschland: Kommentarüber die sächsische AfD

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Halten wir fest: Die sächsische AfD beschließt
vollmundig ein »Regierungsprogramm«, liebäugelt mit einen eigenen
Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, ist aber unfähig,
sich an Wahlgesetze zu halten. Weil die Partei am 1. September nur
mit 18 statt 61 Kandidaten auf ihrer Landesliste antreten darf, gibt
es eine reale Chance, das reaktionäre Worst-Case-Szenario eines
völkischen Durchmarschs abzuwenden. Vorausgesetzt, alle anderen
Parteien ergreifen die Gelegenheit.

Eine starke AfD-Fraktion im Landtag gibt es nur, wenn die extreme
Rechte viele Direktmandate holt. Prognosen trauen ihr den Gewinn von
bis zu 26 der 60 Wahlkreise zu. Das würde reichen, um große Teile der
Verluste aufgrund der gekürzten Landeslisten auszugleichen. Ist also
doch schon alles gelaufen? Nein! Denn Stimmungsbilder zwei Monate vor
der Wahl sind keine Ergebnisse am Wahltag. Bis dahin kann viel
passieren.

Strategen sollten nun analysieren, in welchen Wahlkreisen der
Kampf um die Erstimmen so knapp ausfallen könnte, dass es Sinn
ergibt, den Kandidaten einer anderen Partei mit den größten Chancen
gegen die AfD zu unterstützen. Mitnichten ist das nur die CDU, für
die Direktwahlkreise lange quasi als sicheres Ticket in den Landtag
galten. In Dresden und Leipzig dominieren etwa Grüne und LINKE.
Zusammenarbeit tut jetzt not.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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