NOZ: Gespräch mit Cem Özdemir, Grünen-Chef

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Grünen-Chef: Geschichtsklitterung im Fall
Armeniens muss ein Ende haben

Özdemir appelliert an Große Koalition – „Massaker klar als
Völkermord benennen“

Osnabrück.- Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir hat an die
Bundestagsabgeordneten der Großen Koalition appelliert, sich an
diesem Freitag im Parlament „endlich auf die Seite der mutigen
Zivilgesellschaft in der Türkei zu stellen“ und die Massaker an den
Armeniern vor 100 Jahren eindeutig als „Völkermord“ anzuerkennen.
„Die Geschichtsklitterung muss ein Ende haben“, sagte Özdemir der
„Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Kritisch äußerte sich der
Grünen-Chef zu den Bedenken von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der Prozess einer
Öffnung zwischen der Türkei und Armenien könne gestört werden. „Von
welchem Prozess spricht die Bundesregierung?“, fragte Özdemir. „Der
Beleidigung des Papstes oder den Drohungen, in der Türkei lebende
Armenier auszuweisen? Oder aber von der immer noch geschlossenen
Grenze zum Nachbarn Armenien?“ Ohne den massiven Druck von grüner
Seite würden die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen
„weiterhin nach der Pfeife des türkischen Präsidenten Recep Erdogan
tanzen“ und hoffen, dass der 24. April schnell vorbeigehe und niemand
nach der Mitverantwortung für den Völkermord frage, meinte Özdemir.
Wegen der Sorge in Ankara, dass nun auch Deutschland 100 Jahre nach
dem Völkermord die Dinge beim Namen nenne, seien die jüngsten
moderateren Äußerungen des türkischen Ministerpräsidenten Ahmet
Davutoglu erst möglich gewesen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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